Über 10.000 Corona-Fälle im Gesundheitswesen

Über 10.000 Corona-Fälle im Gesundheitswesen

In Deutschland haben sich laut RKI 10.101 Beschäftigte im Gesundheitsbereich mit dem Coronavirus infiziert, 16 sind gestorben. Nicht alle Daten sind aufgeschlüsselt – deshalb könnte die Infektionszahl noch höher liegen.

Mehr als 10.000 Beschäftigte im deutschen Gesundheitswesen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) bestätigte, wurden bislang 10.101 Personen, die in Krankenhäusern, Arztpraxen und anderen medizinischen Einrichtungen arbeiten, positiv auf das Virus getestet. Von den Infizierten seien 9000 Betroffene bereits wieder genesen.

Die Zahl der in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstorbenen Beschäftigten im medizinischen Bereich hat sich demnach auf 16 erhöht. Zuerst hatte die „Augsburger Allgemeine“ darüber berichtet.
Infiziertenzahl könnte höher liegen

Die tatsächlichen Zahlen könnten noch höher liegen, da laut RKI nur für zwei Drittel aller Corona-Infektionen entsprechende aufgeschlüsselte Daten vorliegen. Für die übermittelten Covid-19-Fälle aus den Einrichtungen sei jedoch unbekannt, wie hoch der Anteil derer sei, die sich auch in dieser Einrichtung angesteckt hätten.

In Einrichtungen für Kinder wie Kitas, Horten, Schulen und Kinderheimen haben sich nach den Daten des RKI weitere 1999 Berufstätige infiziert. Davon sind 1800 wieder gesund, sieben sind gestorben. In Gemeinschaftseinrichtungen wie stationären Pflegeeinrichtungen, Flüchtlingsheimen oder auch Obdachlosenunterkünften haben sich laut RKI weitere 7458 dort Beschäftigte infiziert, davon sind 6300 wieder genesen. Die Zahl der Corona-Toten wird hier mit 31 angegeben.

Linksfraktion fordert Entlastungen für Krankenpfleger

Die Linksfraktion forderte angesichts der Zahlen Arbeitsentlastungen für Krankenpfleger. Die stellvertretende Fraktionschefin Susanne Ferschl sprach sich für eine Verkürzung der Arbeitszeit für Pflegepersonal aus. Es sollten generelle Sechs-Stunden-Schichten eingeführt werden, und die Corona-Arbeitszeitverordnung, die zwölf Stunden Arbeitstage zulässt, solle sofort zurückgenommen werden, sagte sie der Zeitung.

Arbeitszeit auf sechs Stunden verkürzen?

Der Mediziner Eckhard Nagel sagte der „Augsburger Allgemeinen“, die Arbeit in medizinischer Schutzkleidung sei „enorm anstrengend“. Im chinesischen Wuhan seien sowohl die Infektionsraten beim Gesundheitspersonal als auch die Sterberaten bei den Patienten gesunken, als die Arbeitszeit auf sechs Stunden verkürzt worden sei. „Bei den Patienten sank die Sterblichkeitsrate, weil man sie besser behandeln kann, und als zweites haben sich deutlich weniger Klinikmitarbeiter in der Arbeit angesteckt.“ Aus dieser Erfahrung lasse sich auch für die Zukunft der Versorgung von schwerstkranken Patienten etwas lernen, fügte Nagel hinzu, der lange Mitglied des Deutschen Ethikrats war.

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