{"id":2223,"date":"2021-08-20T22:07:24","date_gmt":"2021-08-20T22:07:24","guid":{"rendered":"https:\/\/super-news.info\/de\/ticker-zu-afghanistan-merkel-bittet-putin-um-hilfe-bei-evakuierung-aus-kabul\/"},"modified":"2021-08-20T22:07:30","modified_gmt":"2021-08-20T22:07:30","slug":"ticker-zu-afghanistan-merkel-bittet-putin-um-hilfe-bei-evakuierung-aus-kabul","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/super-news.info\/de\/ticker-zu-afghanistan-merkel-bittet-putin-um-hilfe-bei-evakuierung-aus-kabul\/","title":{"rendered":"Ticker zu Afghanistan: Merkel bittet Putin um Hilfe bei Evakuierung aus Kabul"},"content":{"rendered":"<p> Die Entwicklungen nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban im stern-Ticker zur Lage in Afghanistan.<\/p>\n<p> Die News zur Lage in Afghanistan:\u00a0<br \/>\n 23.02 Uhr:\u00a0Bundeswehr evakuiert weitere 172 Schutzbed\u00fcrftige aus Kabul<\/p>\n<p> Die Bundeswehr hat weitere deutsche Staatsb\u00fcrger und afghanische Ortskr\u00e4fte aus Kabul evakuiert. In der Nacht zu Samstag startete in der afghanischen Hauptstadt eine Milit\u00e4rmaschine vom Typ A400M &#8222;mit 172 schutzbed\u00fcrftigen Personen an Bord nach Taschkent in Usbekistan&#8220;, twitterte die Bundeswehr. Damit h\u00e4tten die Flugzeuge der Bundeswehr inzwischen mehr als 1800 Menschen ausgeflogen. Mehrere Milit\u00e4rtransporter der Bundeswehr pendeln zwischen Kabul und der usbekischen Hauptstadt Taschkent, von wo aus die Evakuierten ihren Weiterflug nach Deutschland antreten sollen.<br \/>\n 20 Uhr:\u00a0Nato plant Aufnahmelager f\u00fcr ausgeflogene afghanische Helfer<\/p>\n<p> Die Nato plant die Einrichtung von Aufnahmelagern f\u00fcr ausgeflogene afghanische Helfer. &#8222;Wir diskutieren unterschiedliche Orte f\u00fcr die vor\u00fcbergehende Unterbringung von Afghanen&#8220;, sagte Generalsekret\u00e4r Jens Stoltenberg nach Beratungen der Au\u00dfenminister der B\u00fcndnisstaaten. Mehrere Alliierte h\u00e4tten zudem bereits ihre Bereitschaft signalisiert, auch l\u00e4ngerfristig fr\u00fchere afghanische Helfer der Nato aufzunehmen.                <\/p>\n<p> Nach Angaben von Bundesau\u00dfenminister Heiko Maas (SPD) wird bereits jetzt der riesige US-Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt im pf\u00e4lzischen Ramstein als Drehkreuz f\u00fcr die Evakuierung von Schutzsuchenden aus Afghanistan genutzt. Zudem soll es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unter anderem eine Aufnahmeeinrichtung im Kosovo geben. Dar\u00fcber berichtete auch der &#8222;Business Insider&#8220;.                <\/p>\n<p> Nach Angaben von Stoltenberg arbeiteten zuletzt noch an die 200 Afghanen f\u00fcr die Nato. Hinzu kommen zum Beispiel die Mitarbeiter, die f\u00fcr die nationalen Kontingente t\u00e4tig waren und noch ausgeflogen werden m\u00fcssen.<br \/>\n 18.10 Uhr:\u00a0Stoltenberg \u2013 US-Zeitplan f\u00fcr Flughafen in Kabul endet am 31. August<\/p>\n<p> Die USA wollen nach Angaben von Nato-Generalsekret\u00e4r Jens Stoltenberg den Evakuierungseinsatz am Flughafen von Kabul in weniger als zwei Wochen beenden. Die Vereinigten Staaten h\u00e4tten signalisiert, dass ihr Zeitplan am 31. August ende, sagte der Norweger\u00a0nach einer Videokonferenz mit den Au\u00dfenministern der B\u00fcndnisstaaten. Zugleich best\u00e4tigte er, dass sich mehrere Alliierte bei den Gespr\u00e4chen f\u00fcr die M\u00f6glichkeit einer Verl\u00e4ngerung des Einsatzes ausgesprochen haben. Es gehe darum, mehr Leute aus dem Land zu bringen, sagte er. Dass der Betrieb des Flughafens in Kabul ohne die USA aufrechterhalten werden kann, gilt als unwahrscheinlich. Sie waren zuletzt mit rund 5200 US-Soldatinnen und -Soldaten vor Ort, um nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban den Evakuierungseinsatz abzusichern.                <\/p>\n<p> 17.13 Uhr:\u00a0Merkel bittet Putin um Unterst\u00fctzung bei Rettung aus Afghanistan<\/p>\n<p> Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin um Unterst\u00fctzung bei der Rettung afghanischer Ortskr\u00e4fte gebeten. F\u00fcr die Bundesregierung habe im Moment Vorrang, m\u00f6glichst viele Menschen nach Deutschland zu bringen, die in 20 Jahren Nato-Einsatz geholfen h\u00e4tten, sagte Merkel nach einem Gespr\u00e4ch mit Putin am Freitag in Moskau. Sie habe diesen darum gebeten, in Gespr\u00e4chen mit den Taliban darauf hinzuweisen, dass eine Zusammenarbeit in humanit\u00e4ren Fragen mit den Taliban besser m\u00f6glich sei, wenn diese Menschen das Land verlassen k\u00f6nnten.                <\/p>\n<p> Merkel sagte, sie habe deutlich gemacht, &#8222;dass es ein sehr frustrierender Moment ist zu erleben, dass die Taliban zur\u00fcckgekehrt sind und das Land kontrollieren&#8220;. Nun m\u00fcsse man versuchen, mit ihnen zu reden. Die Kanzlerin bekr\u00e4ftigte erneut, dass es dem Westen mit seinem Einsatz gelungen sei, die von Afghanistan ausgehende akute Terrorgefahr zu bannen. &#8222;Aber sie ist nicht dauerhaft gebannt.&#8220; Alle weitergehenden Ziele seien jedoch nicht erreicht worden.<br \/>\n 16.46 Uhr: Putin warnt Taliban vor Machtanspruch \u00fcber Afghanistan hinaus<\/p>\n<p> Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin hat die Taliban davor gewarnt, ihre Macht \u00fcber Afghanistan hinaus auszuweiten. &#8222;Die Taliban d\u00fcrfen nicht \u00fcber die Grenzen des Landes hinwegschreiten&#8220;, sagte Putin nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das sei von &#8222;zentraler Bedeutung&#8220;. Der Staatschef pl\u00e4dierte f\u00fcr den Aufbau und die St\u00e4rkung der Demokratie in\u00a0Afghanistan. &#8222;Wir d\u00fcrfen nicht zulassen, dass die afghanische Regierung zerf\u00e4llt.&#8220; Die radikal-islamischen Taliban seien bereits dazu \u00fcbergegangen, eine Rechtsordnung in dem Land zu schaffen. Putin pl\u00e4dierte noch einmal f\u00fcr ein international abgestimmtes Vorgehen. Er hoffe, dass die internationale Gemeinschaft zusammenhalte.<br \/>\n 16.42 Uhr: Amnesty wirft Taliban Massaker vor<\/p>\n<p> Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International macht die Taliban f\u00fcr ein Massaker an der Hazara-Minderheit in Afghanistan Anfang Juli verantwortlich. Nach der Macht\u00fcbernahme in der Provinz Ghazni h\u00e4tten die militanten Islamisten neun M\u00e4nner auf grausame Weise get\u00f6tet, hie\u00df es in einem Bericht. &#8222;Diese gezielten T\u00f6tungen sind ein Beweis daf\u00fcr, dass ethnische und religi\u00f6se Minderheiten auch unter der neuen Herrschaft der Taliban in Afghanistan besonders gef\u00e4hrdet sind&#8220;, sagte Amnesty-Generalsekret\u00e4rin Agn\u00e8s Callamard.<br \/>\n 16.13 Uhr: Fr\u00fcherer US-Kommandeur verteidigt afghanische Streitkr\u00e4fte<\/p>\n<p> Der fr\u00fchere Kommandeur der amerikanischen und der internationalen Truppen in Afghanistan, David Petraeus, hat die afghanischen Streitkr\u00e4fte nach dem Siegeszug der Taliban verteidigt. &#8222;Sie hatten pl\u00f6tzlich keine R\u00fcckendeckung mehr&#8220;, sagte der fr\u00fchere US-General dem Onlineformat STRG_F vom NDR. &#8222;Unsere Luftwaffe war weg.&#8220; US-Pr\u00e4sident Joe Biden hatte neben der inzwischen entmachteten politischen F\u00fchrung in Afghanistan auch die Sicherheitskr\u00e4fte des Landes f\u00fcr die R\u00fcckkehr der Taliban an die Macht verantwortlich gemacht. &#8222;Wie kann man von Streitkr\u00e4ften erwarten, dass sie k\u00e4mpfen, wenn sie wissen, dass keiner mehr zur Unterst\u00fctzung kommt?&#8220;, sagte Petraeus. &#8222;Die Situation, in der sich die afghanischen Streitkr\u00e4fte als Resultat unserer politischen Entscheidung befanden, war eine ausweglose.&#8220;<br \/>\n 14.38 Uhr: Mehrere\u00a0Vertreter der bisherigen afghanischen Regierung offenbar vermisst<\/p>\n<p> Mehrere Vertreter der bisherigen afghanischen Regierung werden einem lokalen Medienbericht zufolge vermisst. Verwandte mehrerer Regierungsbeamter sagten dem TV-Sender ToloNews, ihre Familienmitglieder seien verschwunden oder w\u00fcrden seit der Macht\u00fcbernahme der Taliban vermutlich von den Islamisten festgehalten. Der bisherige Gouverneur sowie der bisherige Polizeichef der Provinz Laghman im Osten des Landes h\u00e4tten sich den Taliban ergeben, bef\u00e4nden sich aber weiter in Gefangenschaft der Islamisten, h\u00e4tten die Verwandten gesagt. Auch der Polizeichef von Gasni im S\u00fcdosten des Landes sei unauffindbar.                <\/p>\n<p> Die Taliban haben eine Generalamnestie erlassen, die ihren eigenen Angaben zufolge alle Menschen umfassen soll,\u00a0auch Regierungsvertreter oder Angeh\u00f6rige der Sicherheitskr\u00e4fte. Mitte der Woche erkl\u00e4rten die Islamisten zudem, alle politischen Gefangenen sollten entlassen werden. Ein Verwandter des Polizeichefs von Laghman habe gesagt, alle Regierungsvertreter seien freigelassen worden, nur der Polizeichef nicht, hei\u00dft es in dem ToloNews-Bericht weiter.<br \/>\n 14.07 Uhr: Bundeswehr-Hubschrauber unterst\u00fctzen ab Samstag\u00a0Evakuierungen<\/p>\n<p> Die Bundeswehr verlegt f\u00fcr ihren Evakuierungseinsatz zwei Hubschrauber nach Kabul. Die beiden Helikopter sollen in Afghanistans Hauptstadt bereits an diesem Samstag einsatzbereit sein, wie Generalinspekteur Eberhard Zorn in Berlin ank\u00fcndigte. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums geht es dabei um eine &#8222;Erweiterung der Handlungsm\u00f6glichkeiten&#8220;. Die Maschinen k\u00f6nnten f\u00fcr die Rettung einzelner Bundesb\u00fcrger oder auch Ortskr\u00e4fte aus Gefahrenlagen eingesetzt werden.                <\/p>\n<p> Dabei handelt es sich um Maschinen des Typs H-145M mit insgesamt 13 Soldaten. Sie sind Spezialkr\u00e4ften zugeordnet und wurden von den USA angefordert. Die US-Truppen fl\u00f6gen haupts\u00e4chlich mit gro\u00dfvolumigen Hubschraubern und ben\u00f6tigten im st\u00e4dtischen Umfeld eine kleinere Maschine, sagte Zorn. &#8222;Die haben wir.&#8220; Wie der rangh\u00f6chste General der Bundeswehr weiter ausf\u00fchrte, sollen die Helikopter nur in Kabul eingesetzt werden. Es gebe keine M\u00f6glichkeit, \u00fcber den Hindukusch nach Masar-i-Scharif zu fliegen, um jemanden abzuholen.<br \/>\n 14.00 Uhr:\u00a0Noch 700 Niederl\u00e4nder in Afghanistan<\/p>\n<p> In Afghanistan sind nach Angaben der niederl\u00e4ndischen Regierung noch 700 Niederl\u00e4nder. Sie m\u00fcssten schnell evakuiert werden, teilte Au\u00dfenministerin Sigrid Kaag am Freitag in Den Haag mit. Das Land fliegt mit zwei Milit\u00e4rmaschinen regelm\u00e4\u00dfig nach Kabul, um eigene B\u00fcrger, andere Europ\u00e4er sowie Afghanen mit einem Visum wie lokale Mitarbeiter zu evakuieren.                <\/p>\n<p> Nach den Worten der Ministerin ist es \u00e4u\u00dferst schwierig, die Menschen zum Flughafen zu bringen. Die Taliban h\u00e4tten die Kontrollen an den milit\u00e4rischen Checkpoints versch\u00e4rft. Kaag sprach sich daf\u00fcr aus, dass die US-Amerikaner auch nach dem 31. August in Afghanistan bleiben sollten, um die Evakuierung sicherzustellen. &#8222;Wir sind total von ihnen abh\u00e4ngig&#8220;, sagte sie.\u00a0Bisher wurden erst einige dutzend Niederl\u00e4nder aus dem Land geflogen.<br \/>\n 13.36 Uhr:\u00a0Polen will 300 afghanische Ortskr\u00e4fte der Nato aus Kabul holen<\/p>\n<p> Polen will Ministerpr\u00e4sident Mateusz Morawiecki zufolge 300 Afghanen retten, die f\u00fcr die Nato-Staaten gearbeitet haben. Dies habe er mit Nato-Generalsekret\u00e4r Jens Stoltenberg vereinbart, schrieb Morawiecki am Freitag auf Facebook. &#8222;Wir werden sie erst nach Polen bringen, und dann in andere Nato-L\u00e4nder.&#8220;                <\/p>\n<p> Unabh\u00e4ngig davon landete am Freitag ein dritter Flug mit Geretteten aus Kabul in Warschau. Zum gegenw\u00e4rtigen Stand habe man mehr als 130 Personen aus Afghanistan ausgeflogen, sagte ein Regierungssprecher laut Agentur PAP. F\u00fcr einen weiteren Flug aus der Hauptstadt Kabul stehen demnach auf dem dortigen Flughafen bereits hundert Passagiere bereit, die im Laufe des Tages in Sicherheit gebracht werden sollen.<br \/>\n 12.04 Uhr:\u00a0Deutscher auf dem Weg zum Kabuler Flughafen angeschossen<\/p>\n<p> In der angespannten Lage in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist ein Deutscher auf dem Weg zum Flughafen durch Sch\u00fcsse verletzt worden. Es handele sich dabei um einen Zivilisten, sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Bei dem Mann bestehe keine Lebensgefahr. Er solle demn\u00e4chst aus Kabul aufgeflogen werden.                <\/p>\n<p> Laut Demmer wurden bisher mehr als 1600 Menschen von der Bundeswehr aus der afghanischen Hauptstadt in Sicherheit gebracht. Bald sollen zwei Hubschrauber die Evakuierungsaktion unterst\u00fctzen. Wie ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin sagte, wurden die Helikopter bereits zum Transport nach Afghanistan verladen. Sie sollten dort schnellstm\u00f6glich zum Einsatz kommen. Denkbar sei unter anderem die Rettung einzelner Menschen aus &#8222;Gefahrenlagen&#8220; oder deren Abholung von abgelegenen Orten, sagte der Sprecher. Die Helikopter sollten insgesamt daf\u00fcr sorgen, dass die Bundeswehr vor Ort ein &#8222;erweitertes Handlungsspektrum&#8220; erhalte.<br \/>\n 11.59 Uhr:\u00a0Amnesty wirft Taliban Massaker vor<\/p>\n<p> Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International macht die Taliban f\u00fcr ein Massaker an der Hazara-Minderheit in Afghanistan Anfang Juni verantwortlich. Nach der Macht\u00fcbernahme in der Provinz Ghazni h\u00e4tten die militanten Islamisten neun M\u00e4nner auf grausame Weise get\u00f6tet, hie\u00df es in einem heute ver\u00f6ffentlichten Bericht. &#8222;Diese gezielten T\u00f6tungen sind ein Beweis daf\u00fcr, dass ethnische und religi\u00f6se Minderheiten auch unter der neuen Herrschaft der Taliban in Afghanistan besonders gef\u00e4hrdet sind&#8220;, sagte Amnesty-Generalsekret\u00e4rin Agn\u00e8s Callamard.                <\/p>\n<p> F\u00fcr den Amnesty-Bericht sprach ein Recherche-Team vor Ort mit Augenzeuginnen und Augenzeugen. Die Morde geschahen demnach zwischen dem 4. und 6. Juli in dem Dorf Mundarakht im Bezirk Malistan. Sechs M\u00e4nner seien erschossen worden, drei zu Tode gefoltert. Diese T\u00f6tungen seien wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Todesopfer, die die Taliban bislang zu verantworten h\u00e4tten, schrieb Amnesty.<br \/>\n 11.13 Uhr:\u00a0Augenzeuge berichtet von gro\u00dfer\u00a0Verzweiflung am Flughafen Kabul<\/p>\n<p> Die Verzweiflung rund um den Flughafen von Afghanistans Hauptstadt Kabul wird angesichts des zunehmenden Zeitdrucks von Stunde zu Stunde gr\u00f6\u00dfer. Das berichtete ein Augenzeuge der Deutschen Presse-Agentur. Demnach halten sich am Eingang zum zivilen Teil, der an einem gro\u00dfen Kreisverkehr liegt, weiterhin Hunderte Menschen auf, die versuchen, auf das Gel\u00e4nde und dann mithilfe von westlichen Flugzeugen au\u00dfer Landes zu kommen. K\u00e4mpfer der militant-islamistischen Taliban feuerten dort in die Luft und schlugen mit Peitschen, um die Leute zu vertreiben.                <\/p>\n<p> In einem Schreiben der deutschen Botschaft an Menschen, die auf einen Flug hoffen, hie\u00df es heute: &#8222;Die Lage am Flughafen Kabul ist aber \u00e4u\u00dferst un\u00fcbersichtlich. Es kommt an den Gates immer wieder zu gef\u00e4hrlichen Situationen und bewaffneten Auseinandersetzungen. Der Zugang zum Flughafen ist derzeit m\u00f6glich. Zwischendurch kann es aber immer wieder kurzfristig zu Sperrungen der Tore kommen, auch weil so viele Menschen mit ihren Familien versuchen, auf das Gel\u00e4nde zu kommen. Wir k\u00f6nnen Sie leider nicht vorab informieren, wann die Tore ge\u00f6ffnet sein werden.&#8220;                <\/p>\n<p> 10.39 Uhr: Ischinger macht Trump f\u00fcr &#8222;S\u00fcndenfall&#8220; Afghanistan verantwortlich<\/p>\n<p> Der ehemalige US-Pr\u00e4sident Donald Trump tr\u00e4gt nach Ansicht des Chefs der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, eine gro\u00dfe Mitschuld an der Lage in Afghanistan. &#8222;Der S\u00fcndenfall, der passierte ja lange vor dem Dienstantritt von (US-Pr\u00e4sident) Joe Biden&#8220;, sagte der ehemalige Botschafter im Deutschlandfunk. &#8222;Der S\u00fcndenfall war das Abkommen, das unter Donald Trump mit den Taliban geschlossen wurde.&#8220; Die militanten Islamisten h\u00e4tten dann nur noch auf den Abzug der US-Truppen warten m\u00fcssen. Aus einer solchen Position der Schw\u00e4che mit den Taliban zu verhandeln, w\u00fcnsche man nicht einmal seinem Feind. &#8222;Da war ja nichts mehr zu retten.&#8220;                <\/p>\n<p> Ischinger betonte, die Schuld f\u00fcr die aktuelle Lage sei nicht allein bei der afghanischen Armee zu suchen, deren Streitkr\u00e4fte sich schnell ergeben haben. Vielmehr h\u00e4tte eine reduzierte milit\u00e4rische Pr\u00e4senz der Nato, auch mit wenigen Tausend Soldaten, dieses &#8222;schlimme Debakel&#8220; vielleicht verhindern k\u00f6nnen.<br \/>\n 10.18 Uhr:\u00a0Bundeswehr verlegt laut Medienbericht zwei Hubschrauber nach Kabul<\/p>\n<p> Die Bundeswehr will f\u00fcr die Evakuierung von Deutschen und Ortskr\u00e4ften aus Afghanistan offenbar zwei Hubschrauber in die Hauptstadt Kabul verlegen. Die Helikopter des Kommandos Spezialkr\u00e4fte (KSK) sollten zur Rettung von Schutzsuchenden aus der Luft eingesetzt werden, berichtet der &#8222;Spiegel&#8220;. Die Hubschrauber seien eigentlich auf die Befreiung von Geiseln ausgerichtet, sehr beweglich und k\u00f6nnten selbst in eng bebauten St\u00e4dten landen. Mit den Helikoptern k\u00f6nnten KSK-Soldaten in den n\u00e4chsten Tagen kleine Gruppen aus Kabul oder anderen von den Taliban kontrollierten Zonen an den schwer zug\u00e4nglichen Flughafen bringen, schreibt das Magazin\u00a0unter Berufung auf Bundeswehrkreise. Bisher ist die Bundeswehr nur innerhalb des Flughafens Kabul im Einsatz, der von US-Truppen abgesichert wird.\u00a0                <\/p>\n<p> Andere L\u00e4nder wie die USA und Frankreich haben in Kabul jetzt schon Hubschrauber im Einsatz, um Schutzbed\u00fcrftige zum Flughafen zu bringen. Die Lage rund um den Flughafen im Norden der Stadt ist seit Tagen von gro\u00dfem Chaos gepr\u00e4gt. Tausende versuchen verzweifelt, auf das Gel\u00e4nde und dann zu den Flugzeugen zu kommen \u2013\u00a0die meisten ohne Erfolg.      <\/p>\n<p> Rettungsmission in Kabul<\/p>\n<p> Warum waren nur sieben Personen an Bord des deutschen Bundeswehr-Fliegers? <\/p>\n<p> 17.08.2021<\/p>\n<p> 9.01 Uhr:\u00a0Bundeswehr bringt erstmals selbst 184 Menschen aus Afghanistan nach Deutschland<\/p>\n<p> Die Bundeswehr hat bei ihrer Evakuierungsmission erstmals selbst &#8222;Schutzpersonen&#8220; aus Afghanistan nach Deutschland ausgeflogen. An Bord eines Airbus A310-MRTT sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur 185 Passagiere. Das in der usbekischen Hauptstadt Taschkent gestartete Flugzeug soll am Mittag in Hannover landen. Bislang gab es nur Pendelfl\u00fcge der Bundeswehr zwischen der afghanischen Hauptstadt Kabul und Taschkent. Von dort ging es dann mit Passagiermaschinen weiter nach Deutschland.                <\/p>\n<p> Der Afghanistan-Einsatz gilt als bisher gr\u00f6\u00dfte Evakuierungsmission der Bundeswehr. Bislang seien in elf Fl\u00fcgen \u00fcber 1640 Menschen aus Afghanistan evakuiert worden, twitterte die Bundeswehr.<br \/>\n 8.15\u00a0Uhr: Facebook will afghanische Nutzer vor Taliban sch\u00fctzen<\/p>\n<p> Facebook will afghanische Nutzer nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban online durch neue Sicherheitsma\u00dfnahmen sch\u00fctzen. &#8222;Wir arbeiten eng mit unseren Partnern in der Industrie, der Zivilgesellschaft und der Regierung zusammen, um jede erdenkliche Unterst\u00fctzung zum Schutz der Menschen zu leisten&#8220;, schrieb der f\u00fcr die Sicherheitsstrategie zust\u00e4ndige Nathaniel Gleicher auf Twitter. Auch Nutzer des zu Facebook geh\u00f6renden Dienstes Instagram in Afghanistan sollen Informationen zum Schutz ihrer Konten erhalten.\u00a0Es sei in Afghanistan vor\u00fcbergehend nicht mehr m\u00f6glich, die Freundeslisten anderer Nutzer zu durchsuchen. So will das Unternehmen verhindern, dass die Taliban durch das Online-Netzwerk Menschen ins Visier nehmen k\u00f6nnen. Auch k\u00f6nnten Nutzerinnen und Nutzer die Sichtbarkeit von Beitr\u00e4gen auf Menschen beschr\u00e4nken, die sie kennen.                <\/p>\n<p> Auch Taliban-Konten beim Onlinedienst Whatsapp wurden offenbar gesperrt. So war der Sprecher der Islamisten, Sabihullah Mudschahid, dort nicht mehr erreichbar. Die &#8222;Financial Times&#8220; berichtete zudem, dass ein Taliban-Konto, bei dem Afghanen Pl\u00fcnderungen anzeigen konnten, gesperrt wurde.<br \/>\n 7.41 Uhr: Maas kritisiert BND-Einsch\u00e4tzungen zu Afghanistan<\/p>\n<p> Bundesau\u00dfenminister Heiko Maas hat die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes (BND) zu Afghanistan kritisiert. &#8222;Der BND hat offensichtlich eine falsche Lageeinsch\u00e4tzung vorgenommen, so wie andere Dienste auch&#8220;, sagte der Minister dem &#8222;Spiegel&#8220; in einem am Freitag ver\u00f6ffentlichten Interview. Damit habe der Geheimdienst eine erhebliche Verantwortung f\u00fcr das au\u00dfenpolitische Debakel rund um den Afghanistan-Einsatz.\u00a0&#8222;Die Entscheidungen, die aufgrund dieser fehlerhaften Berichte getroffen wurden, sind nach bestem Wissen und Gewissen gefallen&#8220;, erkl\u00e4rte Maas. Sie seien aber &#8222;im Ergebnis falsch&#8220; gewesen, mit katastrophalen Folgen. Das k\u00f6nne nicht ohne Konsequenzen f\u00fcr die Arbeitsweise der deutschen Nachrichtendienste bleiben, sagt der SPD-Politiker. Zudem sollten Erkenntnisse anderer Dienste k\u00fcnftig vor einer \u00dcbernahme intensiv gepr\u00fcft werden.\u00a0                <\/p>\n<p> Es brauche eine Debatte \u00fcber den Sinn von Bundeswehr-Eins\u00e4tzen. &#8222;Das Scheitern in Afghanistan darf nicht dazu f\u00fchren, dass wir uns au\u00dfen- und sicherheitspolitisch komplett der Verantwortung auf der Welt verweigern&#8220;, sagte der Minister. &#8222;Aber Afghanistan darf sich auch nicht noch einmal wiederholen&#8220;, sagte Maas.<br \/>\n 7.03 Uhr: Mehr als\u00a09000 Menschen bisher bei Rettungsaktion aus Kabul ausgeflogen &#8211; laut Nato sogar 18.000<\/p>\n<p> Seit der Macht\u00fcbernahme der Taliban in Afghanistan haben westliche L\u00e4nder inzwischen weit \u00fcber 9000 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Die Bundeswehr flog bis sp\u00e4t in die Nacht deutsche Staatsb\u00fcrger und afghanische Ortskr\u00e4fte aus Kabul aus.\u00a0Zuletzt landete eine Transportmaschine der Bundeswehr vom Typ A400M mit 181 Menschen an Bord in der Nacht in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Zuvor war ein A400M mit 184 Menschen an Bord aus der afghanischen Hauptstadt eingetroffen. &#8222;Bisher wurden in elf Uml\u00e4ufen mehr als 1640 Menschen aus Afghanistan\u00a0evakuiert&#8220;, teilte die Bundeswehr auf Twitter mit. Die USA meldeten am Donnerstag, sie h\u00e4tten in den vergangenen f\u00fcnf Tagen rund 7000 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Auch andere westliche L\u00e4nder haben bereits hunderte Landsleute ausgeflogen, darunter Frankreich, die T\u00fcrkei oder Gro\u00dfbritannien.                <\/p>\n<p> Gegen\u00fcber der Nachrichtenagentur Reuters sprach ein Nato-Mitarbeiter sogar von 18.000 Menschen, die bislang ausgeflogen worden seien.\u00a0                <\/p>\n<p> Am Flughafen der Stadt warten aber weiter tausende Afghanen, um einen Platz in einem rettenden Flieger zu bekommen. Nach unbest\u00e4tigten Berichten gab es mehrere Tote am Flughafen, wo sich die Menschen in einem Streifen zwischen US-Soldaten und Taliban dr\u00e4ngen.      <\/p>\n<p> Afghanistan<\/p>\n<p> Wie die Taliban schon 2006 ihre R\u00fcckkehr planten: &#8222;Irgendwann werden wir siegen. Egal, wie viele sterben.&#8220; <\/p>\n<p> Vor 17 Stunden<\/p>\n<p> 6.42 Uhr: Berlin gibt 100 Millionen Soforthilfe f\u00fcr afghanische Fl\u00fcchtlinge<\/p>\n<p> Die Bundesregierung stellt 100 Millionen Euro Soforthilfe f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus Afghanistan zur Verf\u00fcgung. Dies teilte das Ausw\u00e4rtige Amt auf Twitter mit. Mit dem Geld sollen internationale Hilfsorganisationen unterst\u00fctzt werden, die sich in den Nachbarl\u00e4ndern um gefl\u00fcchtete Afghanen k\u00fcmmern. Weitere Hilfen sollen folgen. Seit der Machteroberung der militant-islamischen Taliban Mitte August versuchen viele Menschen verzweifelt, aus dem Land zu kommen. Finanzminister Olaf Scholz hatte die Hilfe schon gestern angek\u00fcndigt. Der Deutschen Presse-Agentur sagte der SPD-Kanzlerkandidat: &#8222;Dies ist ein erster Schritt, der zeigt, dass wir uns verantwortlich f\u00fchlen und uns k\u00fcmmern.&#8220;<br \/>\n 5.07 Uhr: Afghanische Ortskr\u00e4fte in Brandenburg angekommen<\/p>\n<p> Ortskr\u00e4fte aus Afghanistan kommen am fr\u00fchen Morgen auf dem Gel\u00e4nde der DRK-Fl\u00fcchtlingshilfe in\u00a0Doberlug-Kirchhain an.<br \/>\n \u00a9 Patrick Pleul\/dpa-Zentralbild\/dpa<\/p>\n<p> Rund 60 afghanische Ortskr\u00e4fte und ihre Angeh\u00f6rigen sind in Brandenburg angekommen. Zwei Busse aus Frankfurt\/Main trafen am Morgen in der Erstaufnahme in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) ein. Die urspr\u00fcnglich f\u00fcr Donnerstagabend geplante Ankunft hatte sich wegen der Registrierung der Menschen erheblich verz\u00f6gert. Die Afghanen, darunter mehrere Kinder, wurden zun\u00e4chst mit Essen und Trinken sowie medizinisch versorgt. Sie m\u00fcssen drei Tage in Quarant\u00e4ne und sollen voraussichtlich bis Dienstag in Doberlug-Kirchhain bleiben. Dann k\u00f6nnten sie auch in andere Bundesl\u00e4nder verteilt werden.                <\/p>\n<p> 2.57 Uhr: Laschet pl\u00e4diert f\u00fcr diplomatische Kontakte zu den Taliban<\/p>\n<p> Der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, pl\u00e4diert f\u00fcr direkte diplomatische Kontakte zu den Taliban. &#8222;Die Kunst guter Au\u00dfenpolitik besteht gerade darin, mit solchen Staaten zu L\u00f6sungen zu kommen, deren Ziele und Menschenbild unsere Gesellschaft zu Recht ablehnt&#8220;, sagte Laschet der &#8222;Neuen Osnabr\u00fccker Zeitung&#8220;. Den Dialog mit den Taliban zu verweigern, helfe den Menschen nicht, die aus Afghanistan hinauswollten, f\u00fcgte er hinzu. Auch die dort nun wieder geltende strenge islamische Rechtsordnung der Scharia sei kein Hinderungsgrund f\u00fcr Gespr\u00e4che, betonte Laschet. &#8222;Die Scharia ist grausam \u2013 und ich lehne sie aus tiefstem Herzen ab&#8220;, sagte der CDU-Vorsitzende. &#8222;Den Menschen aber hilft, Druck auf die Taliban auszu\u00fcben. Das bedeutet auch, miteinander zu sprechen.&#8220;\u00a0                <\/p>\n<p> Laschet bekr\u00e4ftigte, dass ein neuer, ungeregelter Zuzug von Fl\u00fcchtlingen nach Deutschland verhindert werden sollte. &#8222;Es gibt sicher eine gro\u00dfe Bereitschaft, die Menschen aufzunehmen, die uns in Afghanistan geholfen haben, und dar\u00fcber hinaus auch besonders bedrohte Menschen&#8220;, sagte der Spitzenkandidat der Union. Die Furcht vor den Taliban k\u00f6nne wohl jeder nachvollziehen. &#8222;Gleichzeitig gibt es aber auch den Wunsch nach einer geordneten Migration&#8220;, sagte Laschet. Daf\u00fcr sei es wichtig, internationale Organisationen wie den UNHCR oder Unicef sowie die Nachbarl\u00e4nder Afghanistans zu unterst\u00fctzen. Es sei &#8222;die Priorit\u00e4t, Hilfe in der Region zu leisten&#8220;.                <\/p>\n<p> Nachrichten zur Lage in Afghanistan von Montag, 16. August, bis Donnerstag, 19. August, lesen Sie hier.\u00a0\u00a0<br \/>\n r\u00f6s\/mad\/tkr<br \/>\n DPA<br \/>\n AFP<\/p>\n<p> #Themen<\/p>\n<p>\n<!--noindex--><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.stern.de\/politik\/ausland\/ticker-zu-afghanistan--merkel-bittet-putin-um-hilfe-bei-evakuierung-aus-kabul-30669268.html?utm_campaign=alle&#038;utm_medium=rss-feed&#038;utm_source=standard\" rel=\"nofollow\">Source link <\/a><br \/>\n<!--\/noindex--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entwicklungen nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban im stern-Ticker zur Lage in Afghanistan. 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