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Wie konnte das passieren … Milko Malev? › absatzwirtschaft

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Wie konnte das passieren … Milko Malev? › absatzwirtschaft

Als Director Communications and Media heuerte Milko Malev (Jahrgang 1980) vor gut zweieinhalb Jahren bei der Dmexco an. Er war der Erste, den Chief Advisor Dominik Matyka seinerzeit neu ins Team holte.

Von Anja Sturm
Von welchem Job haben Sie als kleiner Junge geträumt?

Klassiker wie Feuerwehrmann, Astronaut und Polizist standen
nicht auf der Liste. Als Junge habe ich stundenlang gemalt, später galt meine
Aufmerksamkeit den Büchern, dem Schreiben und den Sprachen. Man könnte also
sagen, ein Kommunikationsberuf zeichnete sich schon früh ab.

Nach dem Studium haben Sie zunächst im Marketing von
Shiseido, dann in der Nachhaltigkeitskommunikation gearbeitet. Seit August 2018
sind Sie nun bei der DMEXCO. Wie konnte das passieren?

Worüber ich mich eher wundere: Ich bin mit 19 Jahren zum
Studieren nach Deutschland gekommen und durfte in den 21 Jahren danach – als
Nicht-Muttersprachler – die Marketingstrategie vieler Brands mitbestimmen. Das
war für mich nie selbstverständlich. Nach anfänglichem Ausprobieren wurde mir
aber schnell klar: In komplexen Themen gehe ich eher auf als in der
kurzweiligen B-to-C-Kommunikation. Seit mehr als sieben Jahren habe ich in der
Digitalwirtschaft mein Zuhause gefunden, und bei der Dynamik zeigen sich zum
Glück bisher keinerlei Ermüdungserscheinungen.

Drei Skills, ohne die Ihr Job definitiv nicht
funktionieren würde?

Mut, die eigene Komfortzone zu verlassen. Selbstreflexion
und Gelassenheit. Wie gut ich diese Skills allerdings beherrsche, ist ein
anderes Thema.

Bei welchem hapert es denn am meisten?

An meiner Gelassenheit möchte ich noch arbeiten. Manchmal
fällt es mir schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren. Außerdem ist es gerade im
digitalen Bereich ein Muss, ständig und proaktiv die eigene Komfortzone zu
verlassen – auch wenn es sich auf bisherigen Lorbeeren so bequem liegt.

Und wo lernt oder studiert man das?

Definitiv nicht im Grundkurs Kommunikationswissenschaft an
der Uni.

Die Coronakrise setzt auch das Dmexco-Business ganz schön
unter Druck. Was steht auf Ihrer To-do-Liste aktuell ganz oben?

Community Education. Die Vermarktung von Events in
Coronazeiten ist kein Selbstläufer. Die erste hybride Dmexco findet am 7. und
8. September 2021 statt, und mein Fokus liegt jetzt darauf, unsere Community
früh genug abzuholen und zu überzeugen, wieso man dabei sein muss.

Es heißt ja, Dominik Matyka, Chief Advisor der Dmexco,
sei – vorsichtig ausgedrückt – ziemlich fordernd als Chef. Warum tun Sie sich
das an?

Ich richte Dominik diese Einschätzung gerne aus. Ich glaube
sogar, er hört sie gern. Zwar mag es wie eine Floskel klingen, aber man wächst
am meisten dann, wenn man gefordert wird. Und ich wachse gern. Außerdem fordert
Dominik nicht nur, er fördert auch.

Das haben Sie schön gesagt. Dann anders gefragt: Wer oder
was nervt Sie im Job am meisten?

Intern: Wenn ich selbst genervt bin. Extern: unnötiger
Aktionismus und unehrliche Schauspieler.

Und falls irgendwann alles nur noch nervt: Wie sieht Ihr
Plan B aus?

Ich habe keinen fixen Plan – bisher kam es am Ende immer
anders als gedacht. Aber wenn es irgendwann etwas ganz anderes werden soll: Ich
stünde gern hinter einer Café-Bar oder würde ein ganz kleines Hotel am Meer
betreiben.

Wenn ich mal nicht arbeite …

vertreibe ich mir die Zeit am liebsten … mit
Freunden, beim Fitness, Joggen und Yoga, im Museum oder mit einem Buch im Café.

schwärme ich anderen vor von … meiner Amour fou mit
Berlin natürlich!

mache ich mich nützlich … als guter Freund und toller
Gastgeber, würde ich mal behaupten.

mache ich vielleicht mal einen Podcast über … meine
Erfahrung, dass man sich im Beruf nicht davor scheuen sollte, persönlich und
manchmal sogar privat zu sein.

Das Interview erschien zuerst in der März-Printausgabe der absatzwirtschaft.

absatzwirtschaft+

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