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Warum heißt die Marke so? Heute: Fön › absatzwirtschaft

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Warum heißt die Marke so? Heute: Fön › absatzwirtschaft

Ist es ein Fön oder ein Haartrockner? Das kommt darauf an, ob er Hersteller eine Lizenz hat.
© Nicolás Flor/Unsplash

Lange bevor die Menschen „gegoogelt“ oder „geskypt“ haben, „föhnten“ sie sich die Haare. Die Verbalisierung von Markennamen ist ein relativ seltenes, aber kein jungen Phänomen. In diesem Fall reicht die Geschichte der Marke weit über 100 Jahre zurück.

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Von Bernd M. Samland
Der Fön oder auch Foen schreibt sich ohne “h”; denn er bezeichnet keinen warmen Fallwind (der schreibt sich “Föhn”), sondern eine Marke für elektrische Haartrockner. Der Begriff Fön wurde zunächst als Wort-Bild-Marke am 16. Oktober 1908 von der Berliner Firma Sanitas registriert. Diese produzierte bereits um die Jahrhundertwende die ersten noch sehr klobigen, elektrischen Haartrockner.

Das
Unternehmen wurde 1957 von der AEG gekauft und damit auch die Markenrechte an
Fön. AEG ging 1985 an die Daimler Benz AG und Mitte der 90er Jahre an
Electrolux. Dort landeten auch die Markenrechte. Heute lizenziert Electrolux
die Marken AEG und Fön, sodass es immer noch AEG-Fön(e) zu kaufen gibt.

Ohne Lizenz muss der Fön ein “Haartrockner” sein

Auch wenn
jeder von Fön oder Föhn spricht, müssen alle anderen Hersteller und Importeure
von Haartrocknern auf dieses Wort verzichten. Auf den Verpackungen steht dann
Haartrockner oder Dryer; bis in die 50er Jahre wurde auch noch das Wort
“Heißluftdusche” verwendet.

Es gibt heute sogar wieder eine Firma Sanitas, die neben medizinischen Geräten auch Haartrockner vertreibt. Doch selbst dieses Unternehmen darf seine Geräte nicht Fön nennen.

“Föhnen” steht seit langem im Duden

Durch den generischen Gebrauch des Markennamens, der sich natürlich an den meteorologischen Wind anlehnt, ist der Markenschutz allerdings stark geschwächt. Es kann heute niemandem mehr untersagt werden zu sagen: “Ich föhne mir die Haare”; zumal “föhnen” bereits seit vielen Jahren im Duden als reguläres Verb geführt wird.

Die Verbalisierung von Markennamen ist ein seltenes Phänomen. Allerdings beschränkt es sich in diesem Fall auf den deutschsprachigen Raum, ähnlich wie “to hoover” für Staubsaugen auf den englischen Sprachraum. International gebräuchlich hingegen sind aktuelle markenbasierte Verben wie “googeln” (to google) oder “skypen” (to skype).

Der Artikel erschien zuerst im Printmagazin der absatzwirtschaft, das Sie hier abonnieren können.

Alle Kolumnen von Bernd M. Samland lesen.


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