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Urlaub an Himmelfahrt und Pfingsten: Was wo in Deutschland möglich ist
Reisen in Coronazeiten
Urlaub an Himmelfahrt und Pfingsten: Was wo in Deutschland und Europa möglich ist
Ein Mann sitzt Ende April in einem Strandkorb auf Sylt. Die Nordseeinsel des Kreises Nordfriesland ist ebenfalls als Modellregion für Touristen wieder offen
© Axel Heimken / Picture Alliance
Die langen Wochenenden im Mai sind traditionell eine gute Gelegenheit für Kurzurlaube. Ist ein Trip in Corona-Zeiten überhaupt möglich? Ja, einige Möglichkeiten gibt es.
Himmelfahrt, Pfingsten und in manchen Bundesländern noch Fronleichnam: In Deutschland sorgen in dem kommenden Wochen drei Feiertage für potenziell lange Wochenenden, die traditionell gern für kurze Urlaubstrips genutzt werden. In diesem Jahr stellt sich allerdings erneut die Frage, ob Verreisen in Corona-Zeiten überhaupt möglich ist – und wenn ja. wohin? Hotels, Campingplätze und Pensionen sind fast überall dicht, Ferienwohnungen dürfen nicht vermietet werden. Einige Bundesländer haben jedoch bereits Öffnungspläne für den Tourismus vorgestellt oder umgesetzt.
Deutschland: Modellregionen im Norden, Pläne im Rest der Republik
Schleswig-Holstein hat bereits seit einiger Zeit die niedrigsten Inzidenzwerte der Bundesrepublik. Das nördlichste Bundesland hat nun ausgewählte Kreise und Kommunen zu touristischen Modellregionen erklärt. Dort dürfen Gastronomie und bestimmte Beherbergungsbetriebe mit Sicherheitskonzepten unter strengen Auflagen öffnen. Zur Zeit sind das folgende Gebiete:
Ostseefjord SchleiEckernfördeKreis Nordfriesland (zum Beispiel mit Sankt Peter-Ording, Sylt, Amrum) BüsumInnere Lübecker Bucht (Zum Beispiel Timmendorfer Strand, Scharbeutz)
Weitere Informationen zu den Modellregionen und den Bedingungen finden Sie auf der Webseite des zuständigen Ministeriums.
In Bayern sollen Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze in Kreisen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 – der Schwelle für die Bundesnotbremse, siehe auch Karte unten – ab dem 21. Mai öffnen dürfen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet für Juni/Juli mit weniger als 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. „Wenn wir dann vorsichtig bei Öffnungen vorgehen, steht einem Sommerurlaub nichts mehr im Wege, wenn auch immer noch mit bestimmten Auflagen“, sagte Lauterbach der „Passauer Neuen Presse“ (Mittwoch).
Der untenstehenden Karte können Sie entnehmen, in welchen Kreisen und Städten die Notbremse greift beziehungsweise greifen müsste und wie die Perspektive ist:
Wird die Grafik nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.
Das Kabinett in Rheinland-Pfalz will sich am Freitag mit Öffnungsschritten befassen. Dabei werde es etwa um den kontaktarmen Urlaub in den Pfingstferien gehen, also etwa in einer Ferienwohnung oder auf einem Campingplatz mit eigener sanitärer Anlage, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer der Deutschen Presse-Agentur. „Wir werden das Infektionsgeschehen weiterhin genau beobachten und entscheiden, ob darüber hinaus weitere Öffnungen im Bereich des Einzelhandels der Gastronomie, Hotellerie und Kultur, insbesondere in den Regionen mit niedrigen Inzidenzen verantwortbar sind.“
Mecklenburg-Vorpommern wiederum erlaubt vollständig geimpften Tagesausflüglern und Zweitwohnungsbesitzern aus anderen Bundesländern wieder die Einreise.
Niedersachsen kündigte ebenfalls schon an, den Handel, die Gastronomie und den Tourismus in Regionen mit niedrigen Infektionszahlen unter Auflagen zu öffnen. Der Tourismus werde für voraussichtlich drei Wochen zunächst nur für Einwohner Niedersachsens geöffnet, sagte Ministerpräsident Stephan Weil am Dienstag. Kurzreisen an die niedersächsische Nordsee über Himmelfahrt und Pfingsten scheinen damit für Einwohner anderer Bundesländer nicht möglich zu werden.
Sachsen plant die Öffnung der Außengastronomie und Lockerungen für die Tourismusbranche unter Auflagen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region fünf Tage lang unter 100 liegt. Auf Campingplätzen und in Ferienwohnungen sei dann wieder Urlaub möglich, ab einer Inzidenz unter 50 auch in Pensionen und Hotels. Bei höheren Infektionszahlen greift weiterhin die sogenannte Bundes-Notbremse durch das Infektionsschutzgesetz. Derzeit liegt jedoch keine Region in Sachsen unter der 100er-Marke.
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Bild 1 von 12 der Fotostrecke zum Klicken: DänemarkDie Geschäfte haben längst wieder geöffnet und die Straßen sind voller Menschen. Cafés, Restaurants und Bars dürfen seit einer Woche wieder Kunden bedienen – im Inneren allerdings nur, wenn die Gäste per App einen negativen Corona-Test, eine Impfung oder eine überstandene Infektion nachweisen können. Dabei fällt auf: Die dänischen Neuinfektionszahlen sind stabil niedrig geblieben, liegen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 seit langem unverändert unter den deutschen Werten. Dänemark verzichtet als einziges EU-Land auf den Einsatz des Impfstoffs von Astrazeneca. Trotzdem sind knapp 22 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens einmal geimpft.
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Die obenstehende Galerie zeigt, welche Schritte ausgewählte europäische Länder aus ihrem jeweiligen Lockdown planen. Einreisende aus Deutschland können je nach Land unterschiedlichen Regelungen unterworfen sein. Da beispielsweise die Niederlande Deutschland derzeit als Hochrisikogebiet einstufen und Einreisende entsprechend mit einer zehntägigen Quarantäne-Pflicht belegen, ist ein Kurztrip zu den Nachbarn über Pfingsten dort nicht möglich. Dänemark will sich Urlaubern stufenweise wieder öffnen. Eine Übersicht mit den Einreisebestimmungen aller Zielländer sowie mit den Reisewarnungen der Bundesregierung finden Sie an dieser Stelle beim Auswärtigen Amt.
Quellen: Landesportal Schleswig-Holstein, DPA, Auswärtiges Amt
Sehen Sie im Video: Die Regierung warnt vor touristischen Reisen ins Ausland. Dennoch werben Fluggesellschaften mit günstigen Angeboten. Wie läuft so ein Flug ab? Und lohnt es sich, sich trotzdem auf den Weg zu machen?
rös
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