Sport kompakt: Mick Schumacher feiert ersten Saisonsieg in der Formel 2

Sport kompakt: Mick Schumacher feiert ersten Saisonsieg in der Formel 2

Kai Havertz wird zum Rekordtansfer +++ Lutsenko gewinnt Tour-de-France-Etappe auf dem Mont Aigoual +++ Leverkusens Volland verabschiedet sich zum AS Monaco +++ Sport-News im Überblick.

Von „A“ wie American Football über „F“ wie Fußball bis „Z“ wie Zehnkampf: Die Welt des Sports ist vielfältig. Täglich finden irgendwo auf der Welt mal mehr, mal weniger bedeutende Wettkämpfe statt, die wegen der Dominanz weniger Sportarten kaum Beachtung finden oder auch ganz untergehen. Zu Unrecht, finden wir – und berichten an dieser Stelle auch und vor allem über hochklassigen Sport abseits des Fußballs.

Mick Schumacher feiert ersten Formel-2-Saisonsieg

Nach einem Raketen-Start hat sich Mick Schumacher in Monza seinen ersten Saisonsieg in der Formel 2 gesichert. Vor den Augen von Ferrari-Teamchef Mattia Binotto verwies der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher beim 15. Saisonlauf am Samstag Hitech-Grand-Prix-Fahrer Luca Ghiotto auf Platz zwei. Christian Lundgaard von Art-Grand-Prix wurde im Autodromo Nazional di Monza Dritter.

Schumacher, der zur Ferrari-Nachwuchsakademie gehört und auf eine Beförderung in die Formel 1 hofft, verbesserte sich auf Rang drei der Fahrerwertung. Insgesamt war es der zweite Erfolg in der Nachwuchsklasse für ihn, 2019 hatte der 21 Jahre alte Prema-Pilot auf dem Hungaroring ein Sprintrennen gewonnen.

Leverkusen bestätigt: Havertz wechselt zu Chelsea

Nationalspieler Kai Havertz ist nun der teuerste deutsche Fußball-Profi der Geschichte. Der 21-Jährige wechselt für ein geschätztes Gesamtvolumen von bis zu 100 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zum FC Chelsea. Beide Clubs bestätigten am Freitagabend den Transfer. Demnach erhält das deutsche Top-Talent einen Fünfjahresvertrag in London.

Der Premier-League-Club hatte vor wenigen Wochen erst Havertz‘ Nationalmannschafts-Kollegen Timo Werner von RB Leipzig verpflichtet. „Ich bin sehr glücklich und stolz, hier zu sein. Für mich wird ein Traum wahr, in einem großen Verein wie Chelsea zu spielen“, sagte Havertz. Er war am Freitag kurzfristig aus dem Quartier der Nationalmannschaft in Stuttgart abgereist.

Tour de France: Lutsenko siegt im Alleingang, Buchmann stark

Der Kasache Alexei Lutsenko hat die sechste Etappe der Tour de France gewonnen. Vier Tage vor seinem 28. Geburtstag hatte der Profi vom Team Astana am Schlussanstieg auf den Mont Aigoual im Zentralmassiv die besten Beine. Im Anstieg zum Col de la Lusette, dem schwersten Berg des Tages, setzte Lutsenko die entscheidende Attacke und schüttelte unter anderem den Belgier Greg Van Avermaet ab. Nach 191 Kilometern erreichte er das Ziel im Alleingang und feierte seinen ersten Tageserfolg bei einer Tour de France. Der Brite Adam Yates verteidigte das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Emanuel Buchmann rollte knapp drei Minuten nach dem Sieger mit allen Favoriten über den Zielstrich.

Tour de France: Van Aert sprintet in Privas zum Sieg

Der Belgier Wout Van Aert hat die fünfte Etappe der Tour de France gewonnen. Der 25-jährige frühere Mountainbiker setzte sich am Mittwoch nach weitgehend ereignislosen 183 Kilometern im Zielsprint knapp gegen seinen Landsmann Cees Bol durch. Es war der zweite Etappensieg in Folge für das niederländische Team Jumbo-Visma um Tourfavorit Primož Roglič, der am Vortag die erste Bergankunft der Tour für sich entschieden hatte.

Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden trägt am Donnnerstag der Brite Adam Yates. Der bisherige Leader Julian Alaphilippe kassierte in Privas nachträglich eine Zeitstrafe von 20 Sekunden, weil er 17 Kilometer vor dem Ziel noch eine Getränkeflasche angenommen hatte. Laut Reglement ist das nur bis maximal 20 Kilometer vor dem Etappenende erlaubt. Während Alaphilippe auf Platz 16 der Gesamtwertung abrutschte, liegt Yates nun drei Sekunden vor dem Slowenen Primož Roglič.

Alle Infos zur Tour de France 2020, Porträts der Favoriten, die Chancen der deutschen Fahrer sowie alle Etappen und Sieger.

Ex-Nationalspieler Volland wechselt von Leverkusen nach Monaco

Der frühere Nationalstürmer Kevin Volland verlässt nach vier Jahren den Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen und wechselt zur AS Monaco mit dem früheren FC-Bayern-Trainer Niko Kovac. Laut Bayer hat der 28-Jährige an der Cote d’Azur einen Vertrag bis 2024 unterschrieben.

Über die Ablösesumme machten die Leverkusener keine Angaben, sie dürfte aber ungefähr bei den 20 Millionen liegen, die Bayer 2016 für Volland an Hoffenheim bezahlt hat. Als Nachfolger für den zehnmaligen A-Nationalspieler, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausgelaufen wäre, ist vor allen Patrik Schick im Gespräch, der im Vorjahr von AS Rom an RB Leipzig ausgeliehen war. „Kevin hat in den vergangenen Jahren große Identifikation mit Bayer 04 gezeigt. Sein Wille und seine Einsatzbereitschaft für die Mannschaft und für den Verein waren immer beispielhaft“, sagte Sportdirektor Simon Rolfes. „Als sich für Kevin jetzt aber die Möglichkeit eröffnete, zu einem attraktiven Klub ins Ausland zu gehen, haben wir seinem Wechselwunsch auf der Grundlage einer für alle Seiten zufriedenstellenden Einigung entsprochen.“

Tour de France: Roglič glänzt bei erster Bergankunft

Der slowenische Mitfavorit Primož Roglič hat auf der vierten Etappe der Tour de France zum ersten Mal die Muskeln spielen lassen. Mit einem fulminanten Schlusssprint gewann der frühere Weltklasse-Skispringer am frühen Dienstagabend die Bergankunft an der Skistation Orcières-Merlette. Gesamtführender bleibt der Franzose Julian Alaphilippe, der zeitgleich als Vierter und mit allen anderen Favoriten ins Ziel kam. Emanuel Buchmann, Kapitän des deutschen Teams Bora-hansgrohe, verlor als Etappen-17. neun Sekunden auf den Etappensieger. Vorjahressieger Egan Bernal zeigte keine Schwäche. Der Kolumbianer erreichte das 1.825 Meter hoch gelegene Ziel als Siebter.

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Pernille Harder verlässt den VfL Wolfsburg

Starstürmerin Pernille Harder verlässt den deutschen Frauenfußball-Meister VfL Wolfsburg wie erwartet und wechselt mit sofortiger Wirkung zum FC Chelsea nach England. Das gab der VfL am Dienstag zwei Tage nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen Olympique Lyon bekannt. „Der Transfer erfolgt gegen Zahlung einer Ablösesumme, über deren Höhe beide Seiten Stillschweigen vereinbart haben“, heißt es in der Mitteilung des Vereins.

Die 27 Jahre alte Dänin kam im Januar 2017 vom schwedischen Club Linköpings FC nach Wolfsburg und schoss dort in 75 Bundesliga-Spielen 68 Tore. Viermal nacheinander holte sie mit dem VfL das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal, 2018 wurde sie als „Europas Fußballerin des Jahres“ ausgezeichnet. „Mein Dank gilt den Verantwortlichen des VfL Wolfsburg, die sich von meinem ersten Tag an hier hervorragend um mich gekümmert haben und die es mir nun ermöglichen, den nächsten Schritt in meiner Karriere zu gehen“, sagte Harder. Beim FC Chelsea spielt auch ihre Lebensgefährtin Magdalena Eriksson aus Schweden.

Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg beendet überraschend ihre Karriere

Deutschlands beste Skirennfahrerin Viktoria Rebensburg ist überraschend vom aktiven Leistungssport zurückgetreten. Das teilte die Olympiasiegerin von 2010 am Dienstag mit. „Heute ist definitiv kein leichter Tag für mich, denn ich habe mich dazu entschieden, nach 13 Jahren meine Karriere mit sofortiger Wirkung zu beenden“, schrieb die 30-Jährige in den sozialen Netzwerken. Diesen Entschluss habe sie „schweren Herzens und nach reichlicher Überlegung in den letzten Wochen gefasst. Nach meiner Verletzung im Frühjahr und den zurückliegenden zwei Monaten im Schneetraining habe ich gemerkt, dass es mir nicht mehr gelingt, mein absolutes Top-Niveau zu erreichen.“

Rebensburg war seit ihrem Gold-Triumph bei den Winterspielen von Vancouver 2010 eine der besten Skirennfahrerinnen der Welt und nach dem Karriereende von Maria Höfl-Riesch 2014 das Aushängeschild bei den Damen im Deutschen Skiverband (DSV). Sie gewann insgesamt 19 Weltcups in Riesentorlauf, Super-G und Abfahrt und wurde zweimal Vizeweltmeisterin in ihrer Paradedisziplin Riesenslalom (2015, 2019).

US-Open: Deutsches Tennis-Quartett erreicht zweite Runde – Wirbel um positiv getesteten Spieler

Am Eröffnungstag der US Open haben vier deutsche Tennisprofis die zweite Runde erreicht. Beim ersten Grand-Slam-Turnier nach der Corona-Zwangspause gewannen am Montag (Ortszeit) Jan-Lennard Struff, Alexander Zverev, Angelique Kerber und Anna-Lena Friedsam ihre Auftaktmatches. Ausgeschieden sind Tamara Korpatsch, Tatjana Maria, Dominik Koepfer und Peter Gojowczyk. Für großen Wirbel sorgte der positive Corona-Test des Franzosen Benoît Paire, der aus dem Turnier ausgeschlossen wurde.

Nachdem er in der vergangenen Woche bei der von Cincinnati nach New York verlegten Masters-Veranstaltung erstmals bei einem der Turniere unterhalb der Grand Slams das Viertelfinale erreicht hatte und dort erst am späteren Sieger Novak Djokovic gescheitert war, kam Struff nun an gleicher Stelle zu einem souveränen Sieg. Der 30 Jahre alte Warsteiner gewann gegen den Spanier Pedro Martinez glatt mit 6:0, 7:5, 6:4. „Es ist ein bisschen merkwürdig, die Anlage ist tot, leer“, sagte der Weltranglisten-29. über die Atmosphäre im Flushing Meadows Corona Park, in dem keine Zuschauer zugelassen sind. Auf dem Platz jedoch habe es sich „gar nicht so anders angefühlt, weil alle immer gewinnen wollen und sich pushen“, sagte Struff, der am Mittwoch auf den US-Amerikaner Michael Mmoh trifft.

Ex-Profi Mertesacker neuer TV-Experte beim ZDF

Der frühere Fußball-Nationalspieler Per Mertesacker wird neuer TV-Experte beim ZDF. Der Weltmeister von 2014 hat seinen ersten Einsatz am Donnerstag beim Nations-League-Spiel der deutschen Auswahl gegen Spanien in Stuttgart, wie der Sender am Montag mitteilte. Der frühere Abwehrspieler wird außerdem Spiele der Fußball-Bundesliga analysieren und ist bei der ins kommende Jahr verschobenen Europameisterschaft dabei.

„Ich freue mich auf diese neue Herausforderung und die Zusammenarbeit mit den ZDF-Sportkollegen. Ich hoffe, die Fußball-Berichterstattung im Zweiten mit meiner Erfahrung und meinem Wissen ein Stück weit bereichern zu können“, sagte Mertesacker, der zuvor zwei Jahre beim Streamingdienst DAZN unter Vertrag stand.

„Per Mertesacker ist ein ausgezeichneter Kenner des nationalen und internationalen Fußballs. Er ist kompetent, authentisch und passt mit seiner gradlinigen Art ideal zum ZDF-Sport“, sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann.

VfL Wolfsburg verliert Champions-League-Finale der Frauen

Eklatante Abwehrfehler haben die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg das zweite Triple der Vereinsgeschichte gekostet. Der deutsche Meister und Pokalsieger unterlag am Sonntag im Finale der Champions League dem Seriensieger Olympique Lyon in San Sebastian mit 1:3 (0:2). Die Französinnen feierten durch Treffer von Eugenie Le Sommer (25.), Saki Kumagai (44.) und Sara Bjork Gunnarsdottir (88.) ihren fünften Champions-League-Titel in Serie und den siebten insgesamt. Das in den ersten 45 Minuten enttäuschende Team von Trainer Stephan Lerch kam durch Alexandra Popp (57.) nur zum zwischenzeitlichen Anschlusstor – das war zu wenig, um wie bei den Männern der FC Bayern auch den dritten Titel der Saison abzuräumen.

Lewandowski ist „Fußballer des Jahres“ – Flick gewinnt Trainer-Wahl

Nach dem Triple-Gewinn mit dem FC Bayern München hat Torjäger Robert Lewandowski erstmals die Wahl zum „Fußballer des Jahres“ in Deutschland gewonnen. Der 32 Jahre alte Pole erhielt bei der vom „Kicker“ durchgeführte Abstimmung unter Sportjournalisten 276 Stimmen. Er lag damit klar vor seinen Bayern-Kollegen Thomas Müller (54 Stimmen) und Joshua Kimmich (49 Stimmen). Lewandowski ist Nachfolger des Dortmunders Marco Reus. Er ist der erste ausländische Sieger der alljährlichen Wahl seit dem Belgier Kevin De Bruyne im Jahr 2015.

Die Wahl zum „Trainer des Jahres“ gewann ebenfalls erwartungsgemäß Hansi Flick. Der 55-Jährige, der die Bayern nach der Übernahme des Cheftrainerpostens von Niko Kovac im November 2019 im Rekordtempo zum Triple geführt hat, siegte mit 223 Stimmen deutlich vor Jürgen Klopp (164). Der Vorjahressieger hatte mit dem letztjährigen Champions-League-Gewinner FC Liverpool in England die Meisterschaft geholt – für die Reds die erste seit drei Jahrzehnten. Christian Streich vom SC Freiburg kam mit 40 Stimmen auf Rang drei. Flick bewertet seine Wahl als „Auszeichnung für mein gesamtes Trainerteam“.

MLS-Team-Besitzer Hansen nach strittigen Äußerungen in der Kritik

Der Besitzer des nordamerikanischen Fußball-Teams Real Salt Lake ist aufgrund strittiger Äußerungen zu Protestaktionen und Spielverschiebungen in zahlreichen US-Ligen in die Kritik geraten. Auch die Fußball-Liga MLS distanzierte sich von Team-Eigentümer Dell Loy Hansen und kündigte eine Untersuchung an. Auslöser des Boykotts der Sportler waren Schüsse von Polizeibeamten auf den schwarzen Familienvater Jacob Blake, der dadurch schwer verletzt wurde.

In einem Radio-Interview sagte Hansen, die Entscheidung der Spieler, aufgrund der Polizeigewalt nicht aufzulaufen, habe seinem Vorhaben, in das Team zu investieren, „viel Wind aus den Segeln genommen.“ Zudem erklärte Hansen: „Die Spieler haben nationale Themen unterstützt, aber es ist sehr offensichtlich, dass sie unsere Gemeinschaft nicht unterstützt haben.“ Er sei deswegen „tief enttäuscht“, da die Zusammenführung der Gemeinschaft während der Corona-Pandemie „offensichtlich nicht respektiert wurde.“

Don Garber, Chef der Major League Soccer, verurteilte Hansens Äußerungen und erklärte außerdem, man werde eine Untersuchung gegen ihn einleiten. In einem Statement schrieb die MLS, man sei zutiefst besorgt über die Anschuldigungen, den Sprachgebrauch und das Verhalten von Hansen. Dafür gebe es in der MLS null Toleranz.

Rassismus-Protest: Auch NHL sagt Playoff-Spiele ab

Bei einem eindrucksvollen Auftritt voller Geschlossenheit haben die NHL-Profis die Playoff-Pause im Kampf gegen Rassismus in den USA begründet. „Das hier ist eine viel stärkere Botschaft als alles, was ein oder zwei Spieler auf dem Eis machen könnten“, sagte Ryan Reaves von den Las Vegas Golden Knights. „Es ist toll, dass die NBA und die MLB und die WNBA das gemacht haben, aber die haben viele schwarze Spieler in diesen Ligen. Dieses Statement ist sehr stark, insbesondere aus dieser Liga“, sagte der schwarze Eishockey-Profi am Donnerstag (Ortszeit). „Das Gespräch hat angefangen mit weißen Spielern von anderen Teams, die sprechen wollten. Das ist stark.“

Einen Tag nach der beispiellosen Protestwelle in der NBA, WNBA, MLS und MLB entschied die NHL auf die für Donnerstag und Freitag geplanten Playoff-Partien zu verzichten. „Der Grund, warum wir hier sind, ist, dass niemand im Raum glücklich ist darüber, was passiert“, sagte Pierre-Edouard Bellemare von den Colorado Avalanche. Mehrere Dutzend Profis der in der NHL-Blase in Edmonton aktiven Teams der Las Vegas Golden Knights, der Colorado Avalanche, der Vancouver Canucks und Dallas Stars standen hinter den Sprechern in dem vollen Raum und verliehen der Video-Pressekonferenz damit eine bemerkenswerte Atmosphäre.

Dass die NHL im Gegensatz zu den anderen Ligen tags zuvor noch gespielt hatte, begründeten die Spieler mit der Kurzfristigkeit der Entwicklungen. Man habe sich seither austauschen und die gemeinsame Entscheidung treffen können.

Rassismus-Protest: Playoff-Partien in NBA nach Bucks-Boykott abgesagt

Basketball-Profis in der NBA haben den Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt auf eine völlig neue Ebene gehoben und durch ein boykottiertes Playoff-Spiel die Absage aller Partien des Tages erzwungen. Die Milwaukee Bucks um Star-Spieler Giannis Antetokounmpo kamen am Mittwochabend gar nicht erst aufs Spielfeld zum geplanten fünften Duell mit den Orlando Magic. In der Folge sagte die stärkste Basketball-Liga der Welt die weiteren Begegnungen des Tages ab. Davon betroffen ist neben der Serie der Los Angeles Lakers gegen die Portland Trail Blazers auch das Duell der Oklahoma City Thunder um Nationalspieler Dennis Schröder mit den Houston Rockets.

Auslöser für den beispiellosen Protest in der NBA war Angaben von US-Medien zufolge die jüngste Gewalttat von Polizisten gegen einen Afroamerikaner, dem am vergangenen Wochenende in den Rücken geschossen worden war. Der Tatort ist weniger als eine Stunde entfernt von Milwaukee. Die Partien sollen nun neu angesetzt werden, teilte die NBA mit. TV-Experten in den USA rechneten mit weitreichenden Folgen für die Liga und möglicherweise weiteren Verschiebungen und Absagen.

Fußball-Frauen von Olympique Lyon im Finale gegen VfL Wolfsburg

Die Fußball-Frauen des VfL Wolfsburg treffen am Sonntagabend (20 Uhr/Sport1) im Finale der Champions League auf Titelverteidiger Olympique Lyon. Die Mannschaft der deutschen Nationalspielerin Dzsenifer Maroszan gewann am Mittwochabend in Bilbao das französische Halbfinalduell mit Paris Saint-Germain in Bilbao 1:0 (0:0) und fordert im Endspiel nun die Wolfsburgerinnen. Wendie Renard erzielte im Estadio San Mamés in der 67. Minute den entscheidenden Treffer für Lyon. Maroszan entschied damit auch das Duell mit DFB-Auswahlkollegin Sara Däbritz, die für PSG spielt.

Ex-Herthaner Ibišević heuert offenbar bei Schalke an

Der FC Schalke 04 ist auf der Suche nach einem neuen Stürmer offenbar fündig geworden. Wie die „Bild“-Zeitung am Mittwoch berichtete, hat der Fußball-Bundesligist zur kommenden Saison Vedad Ibišević verpflichtet. Der 36 Jahre alte Angreifer, der zuletzt beim Bundesliga-Rivalen Hertha BSC keinen neuen Vertrag mehr bekommen hatte, soll beim Revierclub einen Einjahreskontrakt erhalten. Die Schalker, die zurzeit ihr Trainingslager im österreichischen Längenfeld bestreiten, wollten den überraschenden Transfer bisher nicht bestätigen. „Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu Gerüchten“, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Ibišević wäre der erste Neuzugang des Reviervereins zur neuen Spielzeit.

Rolfö trifft: Wolfsburg erreicht Finale der Frauen-Champions League

Der Triple-Traum des VfL Wolfsburg lebt. Mit einem überaus glücklichen 1:0 (0:0) über den FC Barcelona zog das Team von Trainer Stephan Lerch ins Endspiel der Champions-League-Finalrunde der Fußballfrauen in San Sebastian ein. Fridolina Rolfö erziele mit einem Abstauber in der 58. Minute das Tor des Abends. Davor und danach hatten die Katalaninnen, im vergangenen Jahr im Finale, die besseren Chancen und auch mehr vom Spiel. Der Endspielgegner des zweimaligen Champions-League-Siegers Wolfsburg wird zwischen Cupverteidiger Olympique Lyon und Paris Saint-Germain in Bilbao ermittelt. Das Finale wird am Sonntag in San Sebastian ausgetragen.

Nach Party: Usain Bolt positiv auf Corona getestet, Leverkusens Bailey in Quarantäne

Beim früheren Sprint-Superstar Usain Bolt ist ein Test auf das Coronavirus positiv ausgefallen; ein entsprechender Verdacht hat sich damit bestätigt. Die Behörden hätten den achtmaligen Olympiasieger darüber informiert, sagte der Gesundheitsminister von Bolts Heimatland Jamaika, Christopher Tufton, bei einer Pressekonferenz. Bolt hatte zuvor in einem Video in sozialen Medien erklärt, er habe sich am Samstag testen lassen und sei vorsichtshalber in Quarantäne gegangen. Symptome habe er keine.

Am Freitag hatte Bolt seinen 34. Geburtstag in Jamaika gefeiert. Videos davon kursierten im Internet. Sie zeigten eine Feier im Freien, allerdings trugen die Gäste keinen Mundschutz und hielten keinen Abstand voneinander. Unter ihnen waren Medienberichten zufolge Sportler wie die Fußballer Raheem Sterling von Manchester City und Leon Bailey von Bayer Leverkusen. Der Bundesliga-Profi begab sich in Quarantäne. „Bis zum Start des privat vom Spieler gecharterten Flugzeugs, das eine Isolation Baileys jederzeit gewährleistet“, habe sich der 23-Jährige „in häuslicher Quarantäne befunden. Nach seiner Ankunft in Leverkusen wird Bailey in häuslicher Quarantäne verbleiben und parallel regelmäßig von einem unabhängigen Labor getestet werden“, teilte der Verein mit.

Uefa: Supercup mit FC Bayern in Budapest vor Zuschauern

Triple-Gewinner FC Bayern wird wohl als erster Bundesligist seit Monaten wieder ein Pflichtspiel vor Zuschauern absolvieren. Wie die Europäische Fußball-Union Uefa am Dienstag mitteilte, sollen beim Supercup-Spiel des Champions-League-Siegers gegen den Gewinner der Europa League, in diesem Jahr der FC Sevilla, am 24. September in Budapest mehrere Tausend Fans zugelassen werden. Der Fußball habe in der Corona-Krise „etwas von seinem Charakter“ verloren, sagte Uefa-Präsident Aleksander Ceferin. „Wir hoffen, den Supercup als Pilotprojekt nutzen zu können.“

Bis zu 30 Prozent der rund 67.000 Plätze in der Puskás Aréna in Budapest sollen gefüllt werden. „Wir arbeiten eng mit dem ungarischen Verband und der Regierung zusammen, um die Gesundheit und Sicherheit aller am Spiel Beteiligten zu gewährleisten. Wir werden kein Risiko eingehen“, sagte Ceferin.

Jürgen Klopp: „Also, mehr Geschichte in acht Monaten schreiben ist einigermaßen schwierig“

Liverpools Meistertrainer Jürgen Klopp hält den FC Bayern München für den verdienten Champions-League-Sieger. „Beide Mannschaften können besser spielen, da müssen wir wohl nicht drumrum reden. Aber Bayern wollte es mehr – obwohl es Paris sehr wollte. Paris wollte wirklich, das hat man ihnen angesehen“, sagte der frühere Bundesliga-Coach im ZDF. Die Mannschaft von Trainer Hansi Flick habe „verdient gewonnen“, weil sie auch ihre Chancen genutzt hätte.

Das Starensemble um Weltklasse-Torhüter Manuel Neuer und Top-Torjäger Robert Lewandowski hatte am Sonntagabend das Champions-League-Finale mit 1:0 gegen Paris Saint-Germain gewonnen. Flick war im vergangenen Sommer als Co-Trainer engagiert worden und trat nach der Trennung von Niko Kovac im November die Nachfolge an.

Es sei immer sehr schwer, ausgerechnet im letzten Spiel einer langen Saison eine Spitzenleistung abzurufen, meinte Klopp. Aber beide Finalisten hätten eine „absolut Top-Mannschaft zur Verfügung“ gehabt. Die Bayern hätten „das bisschen Glück gehabt, aber sie brauchten nicht viel. Und deshalb haben sie verdient gewonnen“, meinte der 53 Jahre alte Trainer des englischen Fußballmeisters FC Liverpool.

Ein ganz spezielles Lob hatte Klopp für seinen Kollegen Flick parat, der den deutschen Rekordmeister zum Titel in der Bundesliga, zum Pokalsieg und zum Triumph in der europäischen Königsklasse führte. „Ich weiß gar nicht, wie viele Triple-Trainer der FC Bayern hat, ich glaube allerdings, viele sind’s nicht“, sagte Klopp. „Gut: Dann ist es Jupp Heynckes und Hansi Flick. Also, mehr Geschichte in acht Monaten schreiben ist einigermaßen schwierig.“

Die Bayern seien „im Moment ganz sicher eine der absoluten, absoluten Top-Mannschaften“, betonte der ehemalige Bundesliga-Trainer. „Der Kader ist sensationell bestückt. Auf allen Positionen sind absolute Weltklasse-Spieler im richtigen Alter – da gibt’s jetzt wirklich nicht viel zu meckern.“

Corona-Verdacht bei Sprinter Usain Bolt

Der schnellste Mann der Welt hat sich in seiner Heimat Jamaika womöglich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Wie Usain Bolt in einem Video auf seinem Twitterkanal erklärte, habe er sich am Samstag testen lasse und sei nun vorsichtshalber in Quarantäne gegangen. „Ich spüre keine Symptome und warte nun auf das Ergebnis, um zu sehen, wie es dann weitergeht“, so der achtfache Olympiasieger. Am Freitag hatte Bolt seinen 34. Geburtstag gefeiert. Er habe mit seinen Freunden gesprochen und ihnen geraten, selbst in Quarantäne zu gehen. Aber in aller Ruhe. Die Johns-Hopkins-Universität registrierte in Bolts Heimat Jamaika seit Ausbruch der Pandemie etwa 1.500 bestätigte Corona-Fälle. 16 Menschen starben demnach auf der Karibikinsel.

Neymar gratuliert Bayer Leverkusen zum CL-Titel

Erst die sportliche Schmach, dann noch Spott aus dem Netz: PSG-Star Neymar hat sich nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen den FC Bayern als fairer Sportsmann präsentiert und den siegreichen Münchnern zum Titelgewinn gratuliert. Das dürfte zumindest sein Ansinnen gewesen sein, allerdings unterlief dem Brasilianer dabei ein Fauxpas. Statt dem FCB schickte Neymar die Glückwünsche nämlich an den Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen.

„Verlieren ist Teil des Sports, wir versuchen alles, wir kämpfen bis zum Ende“, schrieb der Nationalspieler auf Twitter, wo er sich auch für die Unterstützung der Fans bedankte und dann ausführte: „Und Glückwunsch an Bayer“.

Dem Social-Media-Team des spanischen Twitter-Accounts von Bayer Leverkusen blieb der Fehler nicht verborgen und es reagierte sogleich auf den Aussetzer. „Ich weiß nicht, warum du uns gratulierst, wenn ich im Urlaub bin und Fifa spiele (gemeint sein dürfte das gleichnamige Fußball-Konsolen-Spiel, Anm. d. Red.), aber danke“, so die mit einem lachenden Smiley versehene Antwort.

Neben Neymar, dem der Vertipper bislang noch nicht aufgefallen zu sein scheint, hatte auch Stürmer Kylian Mbappé Bayern München gratuliert. Der Franzose Mbappé meinte, er sei „enttäuscht, dieses Jahr nicht mit der besten Auszeichnung zu beenden“, aber so sei das Leben. Man habe mit aller Kraft gekämpft.

Bayern sahnt als Champions-League-Sieger ab

Der dritte Champions-League-Triumph beschert dem FC Bayern München eine Rekordsumme bei den Prämienzahlungen der Uefa. Mit dem 1:0 im Endspiel am Sonntagabend gegen Paris Saint-Germain steigerte der deutsche Fußball-Rekordmeister seine Einnahmen auf 115,69 Millionen Euro, sofern die Uefa wegen geringerer Erlöse aus der Vermarktung der Königsklasse keine Corona-Abschläge vornimmt.

Dazu kommen noch ein knapp zweistelliger Millionenbetrag aus dem sogenannten Marktpool sowie die Zuschauereinnahmen aus drei Heimspielen in der Gruppenphase, die vor Corona noch in einer ausverkauften Münchner Allianz Arena ausgetragen werden konnten. Allein der Finalsieg gegen PSG wird von der Uefa mit 19 Millionen Euro honoriert. Als erstes Team überhaupt gewannen die Bayern alle Partien in einer Königsklassen-Saison, nämlich elf.

Wolfsburgs Frauen nach 9:1-Sieg im Champions-League-Halbfinale

Der deutsche Frauenfußball-Meister VfL Wolfsburg hat beinahe im Spaziergang das Halbfinale der Champions League erreicht. Die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch besiegte am Freitagabend zum Auftakt des Endrunden-Turniers in Spanien den schottischen Meister Glasgow City mit 9:1 (4:0). Halbfinal-Gegner ist nun am Dienstagabend der FC Barcelona, der das deutlich engere spanische Duell mit Atlético Madrid parallel mit 1:0 (0:0) gewann.

„Wir werden das Selbstvertrauen aus diesem Spiel mit in das nächste nehmen“, sagte die dänische Nationalspielerin Pernille Harder, die im Anoeta-Stadion von San Sebastian vier Tore in der 16., 45.+3, 56. und 72. Minute schoss und dafür ein Sonderlob ihres Trainers bekam. „Pernille ist eine großartige Spielerin“, sagte Lerch. „Sie ist immer da für das Team und sehr uneigennützig auf dem Platz.“

Zweimal traf auch die Norwegerin Ingrid Syrstad Engen (20./45.) für den VfL. Die weiteren Treffer erzielten Felicitas Rauch (67.) sowie die Schottin Leanne Ross mit gleich zwei Eigentoren (80./90.+5). „Die Mannschaft hat sehr gut gespielt. Gerade die eingewechselten Spielerinnen haben uns eine große Energie gegeben, um das Tempo in diesem Spiel immer hochzuhalten“, meinte Harder.

Wolfsburg gewann die Champions League bereits in den Jahren 2013 und 2014. Das große Ziel ist nun, zum zweiten Mal nach 2013 auch das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und europäischer Königsklasse zu holen. Und der schottische Trainer traut dem VfL das auch zu.

Neunfache Ironman-Siegerin Nina Kraft gestorben

Die frühere deutsche Profitriathletin Nina Kraft ist tot. Wie das Fachmagazin „tri-mag.de“ berichtet, gehe das aus mehreren übereinstimmenden Berichten aus ihrem Umfeld hervor. Sie wurde 51 Jahre alt. Die gebürtige Braunschweigerin gewann in ihrer Profikarriere neun Rennen über die Triathlon-Langdistanz von 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen – darunter je zweimal den Ironman in Frankfurt und den heutigen Challenge Roth. 2004 wurde sie des Blutdopings überführt und musste ihren Sieg beim Ironman Hawaii schon nach wenigen Tagen wieder abgeben. 2014 beendete Kraft ihre Karriere und lebte zuletzt in ihrer Wahlheimat Florida. „tri-mag.de“ zufolge verstarb sie am Sonntag in ihrer Heimatstadt Braunschweig. Zu den Umständen ihres Todes wurde zunächst nichts bekannt.

„Mamba Week“: Nike stellt Bryant-Trikot im Tribute-Design vor

Sieben Monate nach dem Tod von US-Basketballstar Kobe Bryant huldigt Sportartikelhersteller Nike der Ikone mit einem ganz besonderen Trikot. Das Leibchen mit der Rückennummer 24 soll aus schwarzem Schlangenlederimitat gefertigt sein – angelehnt an den Spitznamen Bryants, der auch die „Mamba“ genannt wurde. Seine beiden Lakers-Rückennummern, die 8 und die 24, prangen goldfarben auf der Vorder- und Rückseite des Trikot. Ärmel und Halspartie sind in der gleichen Farbe bedruckt. Die Basketballfans dürften sich um dieses Stück Stoff reißen. Erhältlich ist es am 24. August, dem Kobe-Bryant-Tag, den der Bundestaat Kalifornien zu Ehren des Sportlers ausgerufen hat. Nike schloss sich mit einer „Mamba Week“ an, in der unter anderem auch der Basketballschuh Kobe 5 Protro im neuen Design auf den Markt kommen soll.

Für die Fans von Kobe Bryant ein „must-have“. Am 24. August bringt Nike das Trikot „Black Mamba“ in Schlangenhautoptik und mit den legendären Rückennummern des Superstars auf den Markt.

© Nike

Laut der Website lockervision.nba.com werden Bryants frühere Teamkollegen das Trikot „Black Mamba“ am 24. August im vierten Spiel der NBA-Saison gegen die Portland Trailblazers tragen.

Tour de France: Ineos verzichtet auf Froome und Thomas

Der britische Rad-Rennstall Ineao-Grenadiers wird ohne die ehemaligen Tour-Sieger Chris Froome und Geraint Thomas die Tour de France bestreiten. Dies gab das Top-Team am Mittwoch bekannt. Das acht Mann starke Ineos-Aufgebot für die Frankreich-Rundfahrt, die am 29. August in Nizza beginnt, wird von Titelverteidiger Egan Bernal angeführt. An der Seite des 23-jährigen Kolumbianers steht unter anderem Giro-Sieger Richard Carapaz aus Ecuador. Während Thomas den Giro d’Italia fahren soll, ist der viermalige Tour-Gewinner Froome für die Vuelta als Kapitän vorgesehen.

„Egan wird erneut das Gelbe Trikot in Frankreich ins Visier nehmen und wir freuen uns sehr, dass auch der letztjährige Giro-Sieger Richard Carapaz sein Debüt bei der diesjährigen Tour geben wird“, sagte Ineos-Teamchef Dave Brailsford.

Nach 5:0 gegen Donezk: Mailand folgt Sevilla ins Europa-League-Finale

Italiens Fußball-Vizemeister Inter Mailand ist dem FC Sevilla ins Finale der Europa League gefolgt. Die Mannschaft von Trainer Antonio Conte setzte sich im zweiten Halbfinale gegen den ukrainischen Meister Schachtjor Donezk hochverdient mit 5:0 (1:0) durch. Die Doppeltorschützen Lautaro Martinez (19./74. Minute) und Romelu Lukaku (78./84.) sowie Danilo D’Ambrosio (64.) erzielten in Düsseldorf die Treffer für die Norditaliener. Das Finale des Achterturniers in Nordrhein-Westfalen findet am kommenden Freitag (21 Uhr) in Köln statt.

Der FC Sevilla hatte das Finale am Vorabend durch ein 2:1 (1:1) gegen Manchester United erreicht. Beide Finalisten starteten zunächst in der Champions League in den Europacup und stiegen als Gruppendritte ab. Beide Clubs haben den Vorgänger-Wettbewerb schon gewonnen, und beide sind schon auf deutsche Gegner getroffen. Die Mailänder hatten sich im Viertelfinale mit 2:1 gegen Bayer Leverkusen durchgesetzt.

Barça trennt sich von Trainer Quique Setién

Der FC Barcelona hat sich nach dem 2:8-Debakel gegen den FC Bayern München von Trainer Quique Setién getrennt. Den Nachfolger des 61-Jährigen werde man in den nächsten Tagen bekanntgeben, teilte der spanische Club von Weltfußballer Lionel Messi und DFB-Nationaltorwart Marc-André ter Stegen am Montagabend mit. Die Entscheidung wurde den Angaben zufolge auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung in Barcelona nur drei Tage nach der historischen Pleite im Viertelfinale der Champions League getroffen. Als Favorit auf die Nachfolge von Setién gilt nach Medienberichten der frühere Clubprofi und derzeitige niederländische Nationaltrainer Ronald Koeman.

FC Bayern trennt sich nach Rassismusvorwurf von Jugendtrainer

Der FC Bayern München hat nach dem Rassismusvorwurf gegen einen Nachwuchstrainer personelle Konsequenzen gezogen. Das Arbeitsverhältnis mit dem Mitarbeiter sei „einvernehmlich aufgelöst“ worden, teilte der deutsche Fußball-Rekordmeister am Montag mit. Das sei „das erste Ergebnis einer derzeit stattfindenden internen Untersuchung“ auf dem Bayern Campus, wie es in der Mitteilung hieß. Unabhängig von der Vertragsauflösung mit dem namentlich nicht genannten Jugendcoach würden „die zugrundeliegenden Sachverhalte von der FC Bayern München AG weiter untersucht“.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte den Schritt bereits Ende vergangener Woche angedeutet. Es werde „zeitnah Konsequenzen geben“, sagte der 64-Jährige. „Diese Geschichte passt natürlich überhaupt nicht zu den Werten, die der FC Bayern vertritt“, sagte Rummenigge im TV-Sender Sky. Die Bayern haben erst vor wenigen Monaten die Kampagne „Rot gegen Rassismus“ gestartet. Damit wollen sie ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Beleidigungen und Intoleranz setzen.

Das Magazin „Sport Inside“ des WDR hatte in der vergangenen Woche über den Rassismusverdacht auf dem Bayern Campus berichtet. Demnach würden schwere Vorwürfe gegen den bisherigen Mitarbeiter erhoben, der lange unter anderem als Trainer in der Jugendabteilung aktiv gewesen war. In Diskussionen um die Verpflichtung von Spielern soll der Mitarbeiter rassistische Ausdrücke verwendet haben.

Durch die Berichterstattung zu dem Thema war auch die Staatsschutzabteilung der Münchner Polizei aufmerksam geworden und hatte Ermittlungen aufgenommen.

Washington hat ersten schwarzen Präsidenten der NFL-Historie

Fünf Wochen nach dem Abschied vom jahrzehntelangen Namen Redskins hat das Football-Team aus Washington den ersten schwarzen Präsidenten der NFL-Geschichte vorgestellt. Der 38 Jahre alte Jason Wright wird damit zugleich der jüngste Teampräsident in der National Football League, wie der Club aus der US-Hauptstadt am Montag mitteilte.

Ex-Profi Wright war sieben Jahre lang als Running Back bei Atlanta, Cleveland und Arizona aktiv. „Wenn ich einen Anführer nach Maß für diese wichtige Zeit in unserer Geschichte entwerfen könnte, so wäre es Jason“, sagte Eigentümer Dan Snyder. Wrights Erfahrung als ehemaliger Spieler und sein Geschäftssinn würden „in der Liga ihresgleichen“ suchen.

Mitte Juli hatte sich das NFL-Team aus Washington nach jahrelanger Kritik von amerikanischen Ureinwohnern und Forderungen seiner Sponsoren von seinem Namen Redskins (Rothäute) getrennt. Ureinwohner der USA setzen sich seit Jahrzehnten dafür ein, den als rassistisch empfundenen Namen nicht mehr zu nutzen. Ein neuer Name steht noch nicht fest.

Die Mannschaft wurde 1932 unter dem Namen Boston Braves gegründet. 1933 folgte die Umbenennung in Redskins, 1937 der Umzug in die US-Hauptstadt. Das Team holte den Super Bowl in den Spielzeiten 1982, 1987 und 1991.

Olympiasieger Northug muss sich wegen Rasens und Drogen verantworten

Der frühere norwegische Skilanglauf-Star Petter Northug muss sich wegen Raserei, Fahrens unter Einfluss von Rauschmitteln und Drogenbesitzes verantworten. Das bestätigte eine Sprecherin des Polizeibezirks Øst am Montag der Deutschen Presse-Agentur, nachdem mehrere norwegische Medien von den Verstößen berichtet hatten, die dem zweifachen Olympiasieger von der Polizei vorgeworfen werden.

Northug selbst hatte am Freitagabend via Instagram eingeräumt, bei einer Geschwindigkeitskontrolle von der Polizei angehalten worden zu sein. „Ich bin zu schnell gefahren und wurde auch in die Notaufnahme zu einem Bluttest gebracht“, schrieb der 34-Jährige. „Außerdem fand die Polizei eine kleine Menge Drogen in meinem Haus. Es ist Kokain.“ Die Polizei bestätigte am Samstag die Ermittlungen, während Northug schrieb, er werde die Verantwortung für das übernehmen, was er getan habe: „Ich habe einen großen Fehler gemacht.“

Der ehemalige Profisportler war nach Polizeiangaben mit einer Geschwindigkeit von 168 Kilometern pro Stunde durch eine 110-km/h-Zone im Südosten Norwegens gefahren. Er wurde bei einer Geschwindigkeitskontrolle angehalten und vorübergehend festgenommen. Später kam er wieder auf freien Fuß. Northug hatte seine Profikarriere im Dezember 2018 beendet, seitdem arbeitete er als TV-Kommentator.

MotoGP: Schutzengel bewahren Rossi vor Horrorunfall

Nur um Haaresbreite ist der mehrfache Motorradweltmeister Valentino Rossi am Sonntag beim Grand Prix im österreichischen Spielberg einem Horror-Crash entgangen. Gleich zwei der fast 160 Kilogramm schweren Rennmaschinen verfehlten den Italiener nur um wenige Zentimeter. Was war passiert? Auf einer langen Geraden gerieten der Franzose Johann Zarco und Franco Morbidelli aus Italien bei Tempo 270 wenige Meter hinter Rossi aneinander. Die Piloten stürzten, ihre Motorräder rutschten zunächst durchs Kiesbett und über die Wiese, überschlugen sich und flogen hinter einer Rechtskurve quer über die Strecke. Gleich mehrere Schutzengel bewahrten Rossi und seinen Teamkollegen Maverick Vinales vor einem Unfall mit katastrophalen Folgen. „Morbidellis Maschine hätte ich mich fast umgebracht“, sagte der geschockte Rossi nach dem Rennen bei „Sky Italia“. Er habe einen Schatten gesehen und gedacht, es sei der Helikopter über der Rennstrecke, schilderte der neunmalige Weltmeister die Szene. „Die Engel der des Motorradsports haben heute einen großartigen Job gemacht. Das war wirklich gefährlich.“ Noch etwas weiter ging Morbidelli, der Zarco vor dem Unfall von hinten gegen das Motorrad gefahren war. „Wer bei fast 300 km/h so bremst, hat wenig für sich und seine Gegner übrig“, erklärte der 25-jährige Römer wütend. Der Veranstalter bezeichnete den Vorfall als einen der schrecklichsten, den man je gesehen habe.

De Jong schießt Sevilla gegen Man United ins Europa-League-Finale

Die Europa-League-Experten vom FC Sevilla haben sich auch von Manchester Uniteds Star-Ensemble nicht aufhalten lassen und dank eines späten Tores von Joker Luuk de Jong das Endspiel beim Finalturnier in Nordrhein-Westfalen erreicht. Die Mannschaft des früheren spanischen Fußball-Nationaltrainers Julen Lopetegui besiegte die Red Devils am Sonntagabend in Köln etwas glücklich mit 2:1 (1:1). In einem packenden Spiel erzielte der frühere Mönchengladbacher de Jong den entscheidenden Treffer in der 78. Minute und ließ die Spanier ausgelassen jubeln.

Im Finale an gleicher Stelle trifft Sevilla am Freitag auf Inter Mailand oder Schachtjor Donezk und kann als erster Verein zum vierten Mal die Europa League gewinnen. Für United war es nach dem Scheitern im englischen FA Cup und im Ligapokal bereits das dritte Halbfinal-Aus der Saison. Dabei hatte Bruno Fernandes Manchester per Foulelfmeter früh in Führung gebracht (9.). Suso (26.) glich jedoch aus und leitete so die Wende ein.

Hamilton gewinnt auch in Spanien – Vettel wird Siebter

Weltmeister Lewis Hamilton hat beim sechsten Saisonrennen der Formel 1 seinen vierten Sieg in diesem Jahr eingefahren. Der britische Mercedes-Pilot verwies überlegen beim Großen Preis von Spanien Max Verstappen im Red Bull auf den zweiten Platz und baute damit seine WM-Führung aus. Hamiltons finnischer Teamkollege Valtteri Bottas wurde am Sonntag auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya Dritter. Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel belegte mit einer riskanten Ein-Stopp-Strategie Rang sieben. Für die Formel 1 geht es in zwei Wochen mit dem Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps weiter.

Mbappé feixt Richtung England: „Bauernliga“ hat es allen gezeigt

Nach dem 3:1 von Olympique Lyon gegen Manchester City stehen im Halbfinale der in Lissabon ausgetragenen Endrunde der Champions League zwei deutsch-französische Duelle an: RB Leipzig fordert die Startruppe von Paris Saint-Germain mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel (Dienstag, 18. August, 21 Uhr/live auf Sky und im stern-Ticker) und der FC Bayern bekommt es nach seiner 8:2-Gala gegen Barcelona der Überraschungsmannschaft von Olympique Lyon zu tun (Mittwoch, 19. August, 21 Uhr/live auf sky und im stern-Ticker). Vor allem der Sieg der Lyoner über Pep Guardiola und ManCity sorgte für Genugtuung in Frankreich. Die dortige Ligue 1 gilt allgemein als schwächste der fünf starken Ligen in Europa und wird deshalb vor allem in England gerne als „Farmers League“ verspottet. Doch die „Bauernliga“, allzu sehr vom Ausnahmeteam PSG dominiert, hat es nun allen gezeigt. Das freute vor allem PSG-Star Kylian Mbappé. „Farmers League“ twitterte er nur nach dem Olympique-Sieg und stellte lediglich ein Clown-Emoji dazu. Damit traf der Weltmeister offenbar einen Punkt, denn es gab allerhand beleidigte Rückmeldungen. „Trotzdem noch Farmers League“ heiß es da, und: „Du wirst trotzdem mit PSG nicht die Champions League gewinnen.“ Von den vier noch in der Königsklasse verbliebenen Teams hat nur der FC Bayern den Titel schon geholt, für die drei anderen Vereine ist schon der Einzug ins Halbfinale ein Novum.

Nagelsmann und Simeone geraten im Kabinengang heftig aneinander

So ganz rausrücken mit der Sprache über den Vorfall in der Halbzeitpause wollte Julian Nagelsmann nicht. Mit Atlético-Trainer Diego Simeone war der Coach von RB Leipzig am Donnerstagabend in der Halbzeitpause offensichtlich recht heftig aneinandergeraten. Ging es möglicherweise im Estádio José Alvalade sogar handgreiflich zur Sache?

Im Wonnegefühl des Halbfinaleinzugs wollte Nagelsmann die Angelegenheit nach dem 2:1 (0:0) gegen die Spanier beim Champions-League-Blitzturnier dann nicht überbewerten und berichtete von einer „sehr herzlichen Gratulation“ Siemones nach dem Abpfiff. Aber: „In der Halbzeit wollte ich klarstellen, dass er ein unheimlicher Winner ist, dass er auch im Kabinentunnel gewinnen will“, deutete Nagelsmann den Disput an.

„Dass ich das Nötige dagegengehalten habe, dass es im Kabinentunnel unentschieden ausgegangen ist und im Spiel haben wir gewonnen“, führte er seine Erzählung etwas kryptisch fort, um mit einem Kompliment für den als Hitzkopf bekannten Kollegen zu enden: „Ich wollte das nicht dramatisieren, sondern hervorheben, dass ich das geil finde, was er für ein Typus ist, dass er wahrscheinlich auch im Schnick-Schnack-Schnuck unbedingt gewinnen will.“

Rummenigge nach Rassismusvorwurf: Wird „zeitnah“ Konsequenzen geben

Nach dem Rassismusvorwurf gegen einen Mitarbeiter im Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern München hat Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge baldige Schritte des Clubs angekündigt. „Es wird auch zeitnah da Konsequenzen geben. Unsere internen Untersuchungen sind ziemlich schnell beendet“, sagte Rummenigge am Donnerstag dem TV-Sender Sky. „Diese Geschichte passt natürlich überhaupt nicht zu den Werten, die der FC Bayern vertritt“, sagte der 64-Jährige.

Rummenigge verwies auf die vor wenigen Monaten gestartete Kampagne „Rot gegen Rassismus“, mit der der deutsche Fußball-Rekordmeister ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Beleidigungen und Intoleranz setzen will. „Man darf nicht vergessen, wir sind ein Club, der sich immer gegen Rassismus eingesetzt hat“, sagte der Vorstandschef.

Das Magazin „Sport Inside“ des WDR hatte am Dienstag über den Rassismusverdacht auf dem Bayern Campus berichtet. Demnach würden schwere Vorwürfe gegen einen Vereinsmitarbeiter erhoben, der schon lange unter anderem als Trainer in der Jugendabteilung aktiv ist. In Diskussionen um die Verpflichtung von Spielern soll der Mitarbeiter rassistische Ausdrücke verwendet haben. Der deutsche Fußball-Rekordmeister bestätigte den Fall, wollte aber zunächst mit Verweis auf eine Aufarbeitung keine offizielle Stellungnahme abgeben. Durch die Berichterstattung zu dem Thema wurde auch die Staatsschutzabteilung der Münchner Polizei aufmerksam und nahm Ermittlungen auf.

Starker Buchmann auf Platz drei der Dauphiné-Rundfahrt – Roglic siegt

Die deutsche Tour-Hoffnung Emanuel Buchmann ist mit einer starken Leistung auf den dritten Platz der Dauphiné-Rundfahrt gestürmt. Der Ravensburger musste sich am Donnerstag bei der Bergankunft auf dem Col de Porte mit acht Sekunden Rückstand nur dem derzeit überragenden Slowenen Primoz Roglic und dem zweitplatzierten französischen Radstar Thibaut Pinot geschlagen geben. Vuelta-Sieger Roglic übernahm durch den Sieg auf der zweiten Etappe über 135 Kilometer auch das Gelbe Trikot des Gesamtersten von seinem belgischen Teamkollegen Wout van Aert. Mit zwölf beziehungsweise 14 Sekunden Rückstand folgen Pinot und Buchmann.

Özil will seinen Vertrag bei Arsenal notfalls aussitzen

Der frühere deutsche Fußball-Weltmeister Mesut Özil hat Gerüchte über einen vorzeitigen Abschied vom FC Arsenal erneut dementiert. „Meine Position ist klar, ich bleibe hier bis zum letzten Tag unserer Vereinbarung“, sagte Özil dem Online-Magazin „The Athletic“. „Wenn ein Verein will, dass ein Spieler geht und der Spieler das ablehnt, muss der Verein das akzeptieren, außer man findet zusammen eine Lösung. Ich will nicht gehen, damit hat sich das.“ Zuvor hatte schon Özils Berater einen Wechsel ausgeschlossen. Özil spielt unter Arsenal-Coach Mikel Arteta keine Rolle mehr. Schon länger ist bekannt, dass die Londoner Özil loswerden wollen. Doch für den 31-Jährigen ist das keine Option. „Ich entscheide, wann ich gehe, nicht andere Leute“, betonte er. In der abgelaufenen Premier-League-Saison war Özil nur in 18 von 38 Spielen zum Einsatz gekommen. Nach der Corona-Unterbrechung machte er keine einzige Partie mehr und stand auch beim Finalsieg Arsenals im FA Cups gegen Chelsea nicht im Kader.

PSG dreht Match in der Nachspielzeit und steht erstmals im Halbfinale

Trainer Thomas Tuchel steht mit Paris Saint-Germain nach einem glücklichen Sieg im Halbfinale der Champions League. Das Starensemble um Superstar Neymar siegte am Mittwoch zum Auftakt des Finalturniers der Königsklasse in Lissabon gegen den starken Außenseiter Atalanta Bergamo nach zwei späten Toren mit 2:1 (0:1). PSG trifft nun im Halbfinale am 18. August auf Atlético Madrid oder den Fußball-Bundesligisten RB Leipzig. Marquinhos (90.) und Ex-Bundesligaspieler Eric-Maxim Choupo-Moting (90.+3) drehten für die Tuchel-Mannschaft das Spiel. Mario Pacalic (27.) hatte im fast menschenleeren Estádio da Luz Atalanta in Führung gebracht. Bei Paris Saint-Germain kamen neben Choupo-Moting auch die deutschen Nationalspieler Thilo Kehrer und Julian Draxler zum Einsatz.

CL-Finale bei deutscher Beteiligung im ZDF zu sehen

Sollten es Bayern München oder RB Leipzig, vielleicht ja sogar beide Teams, ins Finale der Champions League schaffen, wird das Spiel auch im Free-TV zu sehen sein. Wie das ZDF mitteilte, habe man sich mit der Uefa und den Rechteinhabern Sky und DAZN einigen können, das Endspiel in Lissabon (23. August) ebenfalls übertragen zu dürfen.

Bayern München trifft im Viertelfinale auf den FC Barcelona (14. August, 21 Uhr), RB Leipzig bekommt es bereits tags zuvor mit Atlético Madrid zu tun (21 Uhr).

+++ Israels Eishockey-Kapitän sorgt mit Wechsel nach Oswiecim für Wirbel +++

Der Kapitän der israelischen Eishockey-Nationalmannschaft, Eliezer Sherbatov, hat mit seinem Wechsel zum polnischen Klub Unia Oswiecim für Aufsehen gesorgt. Die Stadt Oswiecim in Polen war während des Zweiten Weltkriegs der Standort für das deutsche Konzentrationslager Auschwitz. Seit dem Wechsel wird der Eishockeyspieler angefeindet, sein Klub stellte sich hinter ihn: „Wir sind zutiefst traurig und berührt von den medialen Anschuldigungen gegen den israelischen Profi Eliezer Sherbatov, der seit kurzem zu unserer Mannschaft gehört“, teilte der Klub auf seiner Webseite mit.

Vor dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust habe in Oswiecim über 400 Jahre lang eine jüdische Gemeinde existiert, auch einen jüdischen Fußballverein habe es gegeben. „Die Anwesenheit des israelischen Spielers in Oswiecim zeigt, dass das jüdische Volk trotz der Ideologie des Dritten Reichs immer noch existiert, und dass jüdische Profis erneut an örtlichen Spielen teilnehmen können.“

Nach dem Bekanntwerden seines Wechsels zu Unia Oswiecim war Sherbatov in sozialen Medien aus jüdischen Kreisen für seine Vereinswahl angegriffen worden. Ihm wurde Verrat vorgeworfen. Der 29 Jahre alte Stürmer wurde in Israel geboren und hat bereits für Vereine in Kanada, Frankreich, Kasachstan und der Slowakei gespielt. Seinen Einstand für Unia Oswiecim wird Sherbatov laut einem Sprecher des Vereins am Donnerstag beim Freundschaftsspiel gegen den tschechischen Club AZ Havirov geben.

Das nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im von Deutschland besetzten Polen gilt weltweit als Symbol für den Holocaust. Während des Zweiten Weltkrieges (1939-45) wollten die Nationalsozialisten die europäischen Juden systematisch ermorden. Ihrem Rassenwahn fielen nach Erkenntnissen von Forschern rund sechs Millionen Juden zum Opfer. Allein in Auschwitz-Birkenau gab es nach Schätzungen mehr als eine Million Opfer, die meisten von ihnen Juden.

Rummenigge vom Finalturnier der Champions League fasziniert

Karl-Heinz Rummenigge erwartet durch das Finalturnier der Champions League einen besonders packenden Titelkampf in der Königsklasse. „Der größte Thrill für den Fan ist natürlich das K.o.-System. Bei zwei Spielen setzt sich aus Erfahrung eigentlich immer die bessere Mannschaft durch, in einem K.o.-Spiel ist alles möglich“, sagte der Vorstandschef des FC Bayern am Dienstag in München. „Das Format ist eigentlich das, was wir von der Weltmeisterschaft kennen. Das ist wie eine europäische Club-WM. Es treffen die besten europäischen Mannschaften aufeinander.

Ob der neue Modus ein Vorreiter für kommende Spielzeiten sein könne, vermochte Rummenigge nicht vorherzusagen. Für die „Reform-Diskussion zu 2024“ äußerte der Vorstandschef des FC Bayern aber Ideen. „Ich glaube nicht, dass wir eine vergrößerte Gruppenphase brauchen, die Gruppenphase ist jetzt schon mit acht Gruppen und vier Mannschaften am vierten oder fünften Spieltag entschieden. Das ist nicht das, was die Zuschauer aus den Sesseln haut“, sagte der 64-Jährige bei der Besichtigung der Baustelle für eine FC-Bayern-Welt in der Münchner Innenstadt.

„Wir müssen schauen, dass wir an die K.-o-Phase mehr Fleisch an die Knochen kriegen. Da muss man kluge Entscheidungen fällen, dass die Reform dazu führt, dass der Hunger auf die Champions League größer wird“, sagte Rummenigge.

Europa-League-Aus für Bayer: 1:2 im Viertelfinale gegen Inter Mailand

Bayer Leverkusen ist als letzter deutscher Vertreter aus der Fußball-Europa League ausgeschieden. Das Werks-Team unterlag im Viertelfinale Inter Mailand mit 0:2. Nicolo Barella  (15.) und der Belgier Romelu Lukaku (21.) schossen in Düsseldorf ihre Mannschaft schon früh deutlich in Führung. Leverkusens Kai Havertz (24.) verkürzte kurz darauf. Im Halbfinale des Endrunden-Turniers in Nordrhein-Westfalen trifft der italienische Meisterschafts-Zweite kommenden Montag, ab 21 Uhr ebenfalls in Düsseldorf auf den Sieger der Partie Schachtar Donezk aus der Ukraine gegen den FC Basel, die am Dienstag in Gelsenkirchen gegeneinander spielen. Das Endspiel findet am 21. August in Köln statt.

Dritter deutscher Meistertitel für Weitsprung-Weltmeisterin Mihambo

Malaika Mihambo jubelt in Braunschweig über ihre dritte deutsche Meisterschaft im Weitsprung

© Michael Kappeler / DPA

Zum dritten Mal hintereinander hat Welt- und Europameisterin Malaika Mihambo den deutschen Meistertitel gewonnen. Die 26-Jährige von der LG Kurpfalz musste sich am Sonntag in Braunschweig mit 6,71 Metern begnügen. Die Sieben-Meter-Marke konnte sie mit einem verkürzten Anlauf, 16 statt normalerweise 20 Schritten, nicht überspringen. Auf Platz zwei kam Maryse Luzolo (Königsteiner LV) mit 6,40 Meter vor Merle Homeier (LG Göttingen), die 6,34 Meter erreichte.

Andrea Pirlo wird neuer Trainer bei Juve

Keine 16 Stunden nach dem Champions-League-K.o. von Juventus Turin und Superstar Cristiano Ronaldo war der Schuldige gefunden – und wenig später bereits der neue Hoffnungsträger. Nach der Freistellung von Maurizio Sarri übernimmt Ex-Weltmeister und Fußball-Legende Andrea Pirlo den italienischen Serienmeister als neuer Trainer. Damit zog der Club die Konsequenzen aus dem enttäuschenden Abschneiden in der Königsklasse. Juventus war durch das 2:1 gegen Olympique Lyon am Freitag im Achtelfinale ausgeschieden, nachdem das Hinspiel 0:1 verloren gegangen war. Der 41 Jahre alte Pirlo unterschrieb einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2022 und wird seinen ersten Trainerjob beim Team von Ronaldo übernehmen. Ursprünglich war geplant gewesen, dass der Weltmeister von 2006 zur kommenden Saison die U23 von Juve trainieren soll.

Hamilton verpasst Pole – Hülkenberg rast auf Startplatz drei

Valtteri Bottas hat Sechsfach-Weltmeister Lewis Hamilton die Pole Position für das Formel-1-Rennen zum 70. Geburtstag der Rennserie in Silverstone weggeschnappt. Der Finne verwies den Briten im Mercedes-Teamduell am Samstag um 63 Tausendstelsekunden auf den zweiten Platz. Dritter wurde Nico Hülkenberg. Der 32-Jährige aus Emmerich ersetzt bei Racing Point den Mexikaner Sergio Perez, der zum zweiten Mal positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Sebastian Vettel erlebte den nächsten schweren Frustmoment in seiner Ferrari-Abschiedssaison. Der viermalige Weltmeister schied als Zwölfter bereits vor dem entscheidenden Durchgang um die besten zehn Startplätze für das Rennen an diesem Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) aus.

Wechsel von Max Kruse zu Union Berlin ist fix

Der Wechsel des früheren Nationalspielers Max Kruse zum Bundesliga-Klub 1. FC Union Berlin ist fix. Das bestätigte der Berliner Verein.  Es stehe nur noch der Medizin-Check aus, am Freitag erfolge solle, schrieb Union auf seiner Homepage. Zuvor hatte Kruse seinem früheren Verein Werder Bremen eine Absage hinsichtlich einer Rückkehr erteilt, ein Engagement in der Bundesliga aber bestätigt. Der ehemalige Werder-Kapitän war erst vor einem Jahr aus Bremen zu Fenerbahce Istanbul gewechselt. In der Türkei kündigte er seinen Dreijahresvertrag wegen fehlender Gehaltszahlungen aber im Juni einseitig auf.

Schwerer Sturz überschattet Start der Polen-Rundfahrt – Radprofi Jakobsen im Koma

Der bei der Polen-Rundfahrt schwer gestürzte niederländische Radprofi Fabio Jakobsen befindet sich nach Angaben des Renndirektors in einem ernsten, aber stabilen Zustand. „Nachdem wir den Sturz gesehen haben, haben wir das Schlimmste befürchtet, aber jetzt wissen wir, dass die Situation ernst, aber stabil ist“, wurde Czeslaw Lang nach einem Besuch im Krankenhaus in einer Mitteilung der Organisatoren zitiert. „Nachdem ich mit dem Krankenhausdirektor gesprochen habe, bin ich etwas erleichtert.“

Nach Angaben von Jakobsens Team Deceuninck-Quick Step seien bei ersten Untersuchungen keine Verletzungen im Gehirn oder an der Wirbelsäule festgestellt worden. Aufgrund der Schwere seiner zahlreichen Verletzungen befinde sich der 23-Jährige jedoch im künstlichen Koma und müsse in den kommenden Tagen intensiv beobachtet werden, hieß es in einer Mitteilung des Rennstalls.

Jakobsen war am Mittwoch bei der Polen-Rundfahrt im Zielsprint bei hoher Geschwindigkeit direkt in die Absperrgitter gekracht und reglos liegengeblieben. Der 23-Jährige war von seinem Landsmann Dylan Groenewegen abgedrängt worden. Der bei dem Unfall ebenfalls schwer am Kopf verletzte Mitarbeiter sei wieder bei Bewusstsein und ebenfalls in einem „stabilen Zustand“, teilten die Renn-Organisatoren mit.

Olympia in Tokio soll auch mit Corona stattfinden

Nach Angaben des Chefs des japanischen Organisationskomitees finden die Olympischen Spiele in Tokio im kommenden Sommer auch „mit Corona“ statt. Das sagte Toshiro Muto laut eines am frühen Mittwochmorgen veröffentlichten Berichts der „Financial Times“. „Ich weiß nicht, wie der Stand der Corona-Infektionen sein wird im kommenden Sommer, aber die Chancen, dass es ein Ding der Vergangenheit ist, sind nicht sehr hoch“, sagte Muto demnach. „Vielmehr ist es wichtig, Olympische Spiele für Menschen zu veranstalten, die mit Covid-19 leben müssen.“ Im englischen Sprachraum wird der Name der vom Coronavirus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 oft als Begriff für die Pandemie selbst verwendet.

Wegen der Coronavirus-Pandemie hatten das Internationale Olympische Komitee und Gastgeber Japan Ende März nach langem Zögern die für dieses Jahr geplanten Spiele verschoben. Sie sollen nun vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden.

Erst vor wenigen Tagen hatte Muto in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gesagt: „Covid-19 ist keine Bedrohung, die schnell ausgelöscht werden kann oder vorbeigeht.“ Falls die Spiele in Tokio „unter diesen Bedingungen im kommenden Jahr realisiert werden können, dann können sie Vorbild für andere globale Ereignisse und Sportereignisse werden. Das wäre wirklich ein Vermächtnis von Tokio 2020.“

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