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Marken bündeln Kräfte für mehr Diversity › absatzwirtschaft
Unilever, Pepsi Co, Shell und Tui wollen die schwarze Repräsentanz im Marketing verbessern. Mithilfe von Diversity soll die gesamte Gesellschaft widergespiegelt werden.
Von Anne-Kathrin Velten
Die Marketingwelt muss sich eingestehen: Diversity ist allzuoft leider ein Fremdwort. Das gilt besonders für die USA und Großbritannien, wo die Marketingbranche gerade im Bereich der Führungspositionen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung zu weiß und zu männlich ist. Damit spiegelt sie die Gesellschaft nicht wider. Die Folge: Weiße und männliche Vermarkter sind mangels Diversity immer weniger in der Lage, Konsumenten authentisch und umsatzbringend anzusprechen.
In Großbritannien haben sich Pepsi Co, Shell, Tui und Unilever mit einigen der führenden Agenturen der Branche zusammengetan, um eine “beispiellose” branchenübergreifende Initiative zu starten, die sich mit dem Mangel an schwarzer Repräsentation im Marketing befasst. Ziel ist es auch, Vorbild für andere, ebenfalls wenig diverse Nationen zu sein.
Sicherung von Diversity
Der Zusammenschluss mit dem Namen Black Representation in Marketing (BRiM) fordert Marketingorganisationen auf, sich der neuen Initiative anzuschließen. Ziel von BRiM ist es, mehr Schwarze in das Markenmanagement und die gesamte Branche zu bringen. Zudem sollen sie zu Führungspersönlichkeiten entwickelt werden und in der Marketingkommunikation fair vertreten sein.
Anfang des Jahres ergab die
Karriere- und Gehaltsumfrage der Marketingwoche 2021, dass 85 Prozent der
Branche weiß sei. In Führungspositionen liege der Anteil der Personen mit
nicht-weißem Hintergrund bei unter fünf Prozent. Gleichzeitig ergaben
Untersuchungen, dass die schwarze Repräsentation in der TV-Werbung in
Großbritannien zwar allmählich zunehme, aber ein Drittel der Schwarzen ihre
Gemeinschaft eher auf symbolische Weise vertreten sehe.
Laut BRIM haben über 40 Prozent der Marketing-Profis im vergangenen Jahr keine Entscheidungen getroffen, die schwarze Repräsentation zu erhöhen. Und das, obwohl sieben von zehn behaupten, die Notwendigkeit für mehr Diversity zu verstehen. “Es ist an der Zeit, dass sich die gesamte Marketing- und Werbegemeinschaft wirklich mit dem auseinandersetzt, was getan werden muss, um die Unterrepräsentation zu bekämpfen”, sagt Dean Aragon, CEO von Shell Brands International.
Vertrag für mehr Diversity
BRiM führt daher einen Rahmenvertrag ein, um Marketingorganisationen Orientierungshilfen zu geben und den Kreislauf der Unterrepräsentation zu durchbrechen. Der Vorstoß wird von der Werbegemeinschaft AA unterstützt, schlägt Selbstverpflichtungen zu mehr Diversity vor, die sowohl große als auch kleine Unternehmen übernehmen sollten und bietet Vorlagen und Instrumente an, um diese Versprechen umzusetzen. Das Dokument ist nach Angaben der Allianz Teil der ersten Phase einer mehrstufigen Reise und weiterer Diversity-Initiativen, die noch in diesem Jahr folgen werden.
Der Zusammenschluss ruft Marketing-Profis dazu auf, das Framework von der AA-Website herunterzuladen und der Diversity-Community beizutreten. Personen, die beitreten, werden aufgefordert, an regelmäßigen Erhebungen teilzunehmen, um die Fortschritte zu messen, die sie oder ihre Organisation bei der fairen Vertretung schwarzer Menschen machen. Die Daten werden öffentlich, aber anonym weitergegeben. Laut Management von Pepsi Co für UK & Ireland sei der Rahmen eine “fokussierte und praktische” Möglichkeit, etwas in Bezug auf Diversity und Inklusion zu bewirken.
Auch Shell, Tui und Unilever wollen mehr Diversity
Zu den Dienstleistern und weiteren Marktteilnehmern, die neben Shell, Pepsi Co, Tui und Unilever in der BRiM-Lenkungsgruppe beitreten, gehören Brain Labs, Deloitte Digital, Dentsu, Droga 5, Facebook, Omnicom Media Group, Universal Pictures, VCCP, Wise und Wunderman Thompson. Die EMEA-Vizepräsidentin von Facebook, Nicola Mendelsohn, leitet die Gruppe.
Unilevers Executive Vice President of Global Marketing and Chief Diversity and Inclusion Officer, Aline Santos, sagt, es gebe “keine Entschuldigung”, den Wandel in der Vertretung schwarzer Menschen nicht zu beschleunigen. “Wenn wir einen systemischen Wandel in der Gesellschaft wollen, müssen wir einen systemischen Wandel in unserer Branche sehen.”
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