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die neue Chefin von Lufthansa Cargo › absatzwirtschaft

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die neue Chefin von Lufthansa Cargo › absatzwirtschaft

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In der Corona-Pandemie ist Luftfracht zum einzigen Gewinnbringer der Lufthansa-Gruppe geworden. Für den Vertrieb der Kapazitäten war eine Managerin zuständig, die nun an die Spitze der Airline tritt.

Dorothea von Boxberg ist erst die zweite Frau, die im
Lufthansa-Konzern die Leitung einer Airline übernimmt. Allzu großes Aufheben
will die 47-jährige Wirtschaftsingenieurin davon nicht machen, ist aber auf der
anderen Seite zufrieden, wenn ihre Karriere andere Frauen inspiriert. Zum 1.
März übernimmt von Boxberg die Leitung der in Pandemie-Zeiten so erfolgreichen
Frachttochter Lufthansa Cargo – mit weltweit rund 4500 Mitarbeitern.

“Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass eine Frau eine solche Position bekleidet, aber wenn man sich so umschaut, ist es das natürlich nicht”, sagt die verheiratete Mutter dreier Kinder. Einzige Vorgängerin im Unternehmen ist Christina Foerster, die vor ihrem Sprung in den Konzernvorstand knapp zwei Jahre die belgische Tochter Brussels Airlines geleitet hat.

Keine Verfechterin einer Frauen-Quote

Eine knallharte Verfechterin einer Frauen-Quote für Führungspositionen ist die neue Cargo-Chefin nicht. “Unternehmen müssen aber unterschiedliche Führungsstile zulassen und Frauen gezielt fördern, um althergebrachte Benachteiligungen auszugleichen.” Zum Beispiel werde Durchsetzungsvermögen häufig mit männlich-dominanten Verhaltensweisen gleichgesetzt. “Ich kann die Dinge aber auch regeln, ohne auf den Tisch zu hauen oder laut zu werden”, sagt die pragmatische Managerin.

Sie selbst habe auch in größeren Runden “immer ihre Meinung eingebracht” und gleichzeitig zu den richtigen Zeitpunkten passende Coachings erhalten. Von Boxberg sieht aber auch den weiblichen Führungsnachwuchs gefordert. “Die jungen Talente müssen sich auch zeigen.” Grundsätzlich gebe es bei den internen Stellenausschreibungen weniger weibliche Bewerber als männliche, auch weil Frauen die eigenen Fähigkeiten zu kritisch bewerteten.

Themenwoche “business as female”

Am 5. März startet “business as female”, die Themenwoche der Handelsblatt Media Group Diversity-Initiative “The Shift Initiative” zum Weltfrauentag. Mit spannenden Insights und Formaten rund um die Themen Inklusion und Vielfalt. Sind Sie dabei?

Über Umwege in die Luftfahrt

Zur Luftfahrt ist die studierte Wirtschaftsingenieurin auf
Umwegen gekommen. Nach sechs Jahren Beratertätigkeit bei Boston Consulting in
Stuttgart wechselte sie 2005 zum Airline-Bündnis Star Alliance nach Frankfurt
und zwei Jahre später zum Platzhirsch Lufthansa.

Bei der Frachttochter Lufthansa Cargo arbeitet von Boxberg
seit 2015, bereits seit August 2018 ist sie Mitglied des Vorstands und
verantwortet neben dem weltweiten Vertrieb zusätzlich das Handling außerhalb
der Hubs Frankfurt und München, das Produktmanagement und Produktentwicklung,
das Revenue Management, die Netzplanung sowie das Plattformmanagement der
Austrian Airlines und Eurowings.

Bewegte Zeiten für die Lufthansa

Nun übernimmt von Boxberg Lufthansa Cargo in bewegten
Pandemie-Zeiten. In der von Corona tiefrot gefärbten Konzernbilanz glänzte die
Cargo nach dem dritten Quartal 2020 einsam mit einem operativen Gewinn
(bereinigtes EBIT) von 446 Millionen Euro. Neue Zahlen will der Konzern am 4.
März berichten.

Das Geschäft mit der Luftfracht lohnt sich momentan mehr
denn je: Frachträume sind eben ein knappes und teures Gut, wenn Tausende
Passagierflüge mit ihren Beilademöglichkeiten abgesagt werden müssen. Der
zunächst langsam angelaufene Transport von Corona-Impfstoffen ist dabei nur
eine Facette, die mengenmäßig kaum ins Gewicht fällt. Auch in der aktuellen
Lage helfen die Beiladungen, dass sich die wenigen Interkontinentalflüge mit
Passagiermaschinen überhaupt rechnen. Rückgrat der LH Cargo mit rund 300
Destinationen weltweit ist aber die grundsanierte Frachterflotte mit derzeit 9
hoch-effizienten Boeing 777-Jets. Die vier noch vorhandenen MD-11 sollen im
Laufe des Jahres ausrangiert werden.

Digitalisierung der Frachtprozesse als zentrale Aufgabe

Als zentrale Aufgabe sieht von Boxberg die weitere Digitalisierung der Frachtprozesse vor sich. Zu viel wertvolle Zeit gehe verloren, weil die beteiligten Partner erst mit Eintreffen der transportierten Güter die zugehörigen Daten erhalten. Außerdem steht der erst kürzlich von Konzern-Aufsichtsrat gebilligte Komplett-Umbau des Frankfurter Cargo-Centers an, über das rund 80 Prozent der Lufthansa-Fracht umgeschlagen werden. Planungen für einen 1,3 Milliarden Euro teuren Neubau hatte Lufthansa im Jahr 2016 gestoppt.

he/dpa

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